Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar

23. Februar 2026 in Prolife


Wissenschaftler fordern, den Zeitpunkt der Todesfeststellung zu überdenken: dies würde Wiederbelebungsversuche in Krankenhäusern verlängern und den Beginn der Organentnahme verzögern.


Frankfurt a.M. (kath.net) Gemäß einer neuen Studie erinnern sich 40 Prozent der klinisch Toten, die wiederbelebt werden konnten, zutreffend an Ärzte-Gespräche. Auf einer Tagung in Phoenix/USA präsentierte die Wissenschaftlerin Ana Fowler von der Arizona State University Daten, gemäß derer biologische und neuronale Funktionen nach dem Herzstillstand nur allmählich abnehmen. Dabei sei elektrische Hirnaktivität sogar noch Minuten oder sogar Stunden nach dem Herzstillstand messbar. Es handelte sich um die Tagung der American Association for the Advancement of Science (AAAS) vor einigen Tagen, die „Frankfurter Rundschau“ berichtete über diese Ergebnisse.

Die „Frankfurter Rundschau“ schreibt wörtlich: „Wissenschaftler verschoben die bisher als äußerste Grenze des postmortalen Bewusstseins geltende Schwelle deutlich nach hinten.“

Diskutiert wurden bei der Tagung physiologische Erklärungen für die lebhaften Nahtoderfahrungen, die sich offenbar von Träumen bzw. Halluzinationen unterscheiden.

Dieses Thema ist nicht nur spannend, sondern führt zu konkreten Konsequenzen: Mehrere Wissenschaftler argumentierten auf der Tagung in Phoenix, dass Notfallteams die Dauer von Wiederbelebungsversuchen neu bewerten sollten. Außerdem sollten politische Entscheidungsträger den Zeitpunkt der Todesfeststellung vor einer Organspende überdenken. Die bisherigen Ergebnisse lassen vermuten, dass die Grenze zwischen Leben und Tod weit weniger abrupt verläuft könnte als man gemeinhin annimmt.

 


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