
5. Februar 2026 in Weltkirche
Außertourliches Treffen mit Spitzen des Ordensdikasteriums in Sachen Piusbruderschaft - Vatikansprecher Bruni: Für kommende Woche wurde ein Treffen zwischen Kardinal Fernández (Glaubensdikasterium) und dem FSSPX-Generaloberen Pagliarani anberaumt
Vatikanstadt (kath.net/KAP) Steht Papst unter Druck? Nach Ankündigung von Bischofsweihen ohne päpstliche Erlaubnis durch die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) hat sich Leo XIV. mit Vertretern der für die Gemeinschaft zuständigen Vatikanbehörde getroffen. Am Mittwoch führte das Kirchenoberhaupt Gespräche mit der Leitungsebene des Ordensdikasteriums, wie das vatikanische Presseamt zunächst ohne weitere Angaben mitteilte. Anwesend waren die Präfektin Simona Brambilla, der Pro-Präfekt Kardinal Ángel Fernández Artime sowie die Sekretärin Tiziana Merletti. Üblicherweise trifft sich der Papst mittwochs nicht mit Leitern seiner Kurienbehörden.
Inzwischen wurde bekannt, dass der Vatikan das Gespräch mit der FSSPX suchen möchte. In der kommenden Woche ist ein Treffen zwischen dem Leiter der Glaubensbehörde, Kardinal Víctor Manuel Fernández, und dem Generaloberen der Piusbruderschaft, Davide Pagliarani, geplant. Das bestätigte Papstsprecher Matteo Bruni am Mittwochabend gegenüber Kathpress. "Das Treffen ist eine gute Gelegenheit für einen informellen und persönlichen Dialog, der dazu beitragen soll, wirksame Instrumente für den Austausch zu identifizieren, die zu positiven Ergebnissen führen können", so Bruni.
Die Priesterbruderschaft Sankt Pius X. fällt in den Zuständigkeitsbereich des "Dikasteriums für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des Apostolischen Lebens". Die Gemeinschaft hatte Anfang der Woche angekündigt, trotz der fehlenden Erlaubnis durch den Papst neue Bischöfe weihen zu wollen. Der Generalobere begründete den Schritt mit der Sorge um den Fortbestand der Gemeinschaft, deren kirchenrechtlicher Status weiter unklar ist. Diesbezügliche Kommunikation mit dem Vatikan habe laut Davide Pagliarani zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis geführt.
Am Dienstag teilte der Vatikan dazu mit: "Die Kontakte zwischen der Bruderschaft St. Pius X. und dem Heiligen Stuhl werden fortgesetzt, mit dem Ziel, Brüche oder einseitige Lösungen in Bezug auf die aufgetretenen Probleme zu vermeiden."
Die Piusbruderschaft entstand um den 1988 exkommunizierten und somit aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossenen Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991). Dieser hatte 1976 gegen ein päpstliches Verbot Priester geweiht und damit die Piusbrüder innerkirchlich isoliert. Die dadurch ausgelöste Auseinandersetzung erreichte 1988 mit der Weihe von vier eigenen Bischöfen und der Exkommunikation der Beteiligten ihren Höhepunkt. Papst Benedikt XVI. (2005-2013) hob diese Exkommunikation zwar 2009 auf, zu einer theologischen Einigung kam es aber nicht.
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