
17. Jänner 2026 in Familie
Katholische Zeitung L'Avvenire der italien. Bischofskonferenz verschweigt beim Thema "Begleitung von Transgender-Jugendlichen" die katholische Anthropologie und Moral.
Mailand (kath.net/jg)
Die der italienischen Bischofskonferenz nahestehende Tageszeitung Avvenire hat am 11. Januar einen redaktionellen Artikel veröffentlicht, der eine „Änderung“ des Geschlechts bei Transgender-Jugendlichen gutzuheißen scheint. Die italienische Bischofskonferenz hat bei ihrer letzten Vollversammlung ein Dokument veröffentlicht, welches die katholische Kirche in Italien dazu auffordert, „diskriminierende Haltungen“ abzulegen und homosexuelle und transgender Personen sowie deren Familien zu akzeptieren und zu begleiten.
Anlass für den Artikel in Avvenire war ein Urteil in La Spezia, in welchem ein Gericht geurteilt hat, dass die Geburtsurkunde einer 13-jährigen Person geändert werden soll. In dem neu auszustellenden Dokument müssen der neu angenommene Vorname und die geänderte Geschlechtsidentität angegeben werden.
Der Zeitungsartikel berichtet, wie Eltern reagieren, wenn ihr Kind sich nicht mit seinem biologischen Geschlecht identifiziert. Anhand zweier Familien werden Themen wie „Änderung“ des Geschlechts im Kontext von Transgender-Jugendlichen vor dem Hintergrund aktueller rechtlicher Entwicklungen in Italien behandelt. Der Artikel bezieht sich dabei ausdrücklich auf das Abschlussdokument der italienischen Bischofskonferenz. Kardinal Matteo Zuppi, Erzbischof von Bologna und Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz, gilt als Verfechter einer offenen Haltung gegenüber der LGBT-Ideologie in der Kirche.
Die Mutter einer der Familien ist im Vorstand der Organisation GenerAzioneD. Sie ist der Ansicht, dass es Personen gibt, die „authentisch transgender“ sind, mahnt aber zur Vorsicht bei „Geschlechtsänderungen“ bei Jugendlichen. Es gebe keine objektive Diagnose für Geschlechtsdysphorie. Diese Einschätzung beruhe im Allgemeinen auf subjektiven Gefühlen, deren Verlässlichkeit bei Kindern im Alter von zehn bis zwölf Jahren in Frage zu stellen sei. In diesem Alter könnten Kinder die langfristigen Folgen nicht richtig einschätzen, sagt sie.
Sie zitiert eine deutsche Studie, die zu dem Ergebnis gekommen ist, dass mehr als 90 Prozent der Fälle von Geschlechtsdysphorie bei Kindern nach einigen Jahren wieder verschwinden und die Personen ihr biologisches Geschlecht akzeptieren.
Das zweite Beispiel schildert den Weg von „Chanel“. Von früher Kindheit an soll „Chanel“ Präferenzen gezeigt haben, die Mädchen entsprechen. Dies habe sich in späteren Jahren nicht geändert, sodass es zu einem „Coming Out“ kam. „Chanel“ begann eine „Geschlechtsänderung“ unter professioneller Begleitung. Die Familie berichtet aber davon, dass sie in ihrer Pfarre gemieden worden sei und sich isoliert gefühlt habe.
Im Abschlussdokument der italienischen Bischofskonferenz wird die anthropologische Sicht, wie sie von der katholischen Kirche vertreten wird, nicht erwähnt. An den Stellen, an denen indirekt auf sie verwiesen wird, wird sie als marginal oder der persönlichen Erfahrung untergeordnet dargestellt.
Im Mittelpunkt des Dokuments stehen persönliche Erfahrungen, die als Hauptkriterien für das Verstehen dessen, was gut und angemessen sei, präsentiert werden. Wenn eine bestimmte Erfahrung oder Identität existiert und ehrlich gelebt wird, dann sollte sie akzeptiert und unterstützt und nicht anhand einer bestimmten Moral oder eines anthropologischen Rahmens bewertet werden.
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