
14. Jänner 2026 in Kommentar
Marx möchte den "Mund" beim Thema "Menschenwürde" aufmachen. Beim Einsatz für das Leben oder zum Iran schweigt der Münchner Erzbischof - Und die jüngsten Aussagen von Papst Leo gefallen dem Münchner Erzbischof nicht - Ein Kommentar von Roland Noé
München (kath.net/rn)
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx ist wieder einmal besorgt und behauptet bei einem Fest des Medienunternehmens PubliKath laut deutschen Medienberichten ohne Nachweis, dass der Druck auf Demokratien weltweit und auch in Deutschland wachse. In deutscher Manier wird dann die Geschichte bemüht. Ein Blick auf die Anfänge des NS-Regimes zeige laut dem Münchner Kirchenfürsten, wie schnell die Verhältnisse kippen könnten usw.. Marx möchte dann die "Menschenwürde" verteidigen und erklärt, dass die Kirche den Mund aufmachen müsse. A propos "Menschenwürde" und "Mundaufmachen": Wo war die letzten Jahre der Einsatz des Kardinals im eigenen Land beim Thema "Menschenrechte"? Den Marsch für das Leben, bei dem es um das Grundrecht Nr. 1 geht, das Recht auf Leben, besucht Marx nie. "Kirche muss den Mund aufmachen", vertritt der Erzbischof. Interessant. Im Iran werden seit Tagen tausende Menschen abgeschlachtet. Hat man dazu irgendetwas von Marx & Genossen gehört?
Der Erzbischof behauptet, dass von vielen Seiten die "Errungenschaften der Moderne" inzwischen infrage gestellt würden. Aja, welche meint er denn? Und die Kirche ist für ihn Verteidigerin von "Freiheit und Aufklärung". Doch dann wird es spannend, denn Marx gibt de facto offen zu, dass ihm die jüngsten Aussagen von Papst Leo zum Thema Meinungsfreiheit nicht gefallen hätten. Zur Erinnerung, Papst Leo sagte wörtlich: "Es ist bedauerlich festzustellen, dass insbesondere im Westen der Raum für echte Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt wird, während sich eine neue Sprache mit orwellschem Beigeschmack entwickelt, die in ihrem Bestreben, immer inklusiver zu sein, darin mündet, diejenigen auszuschließen, die sich nicht den Ideologien anpassen, von denen sie beseelt ist." Marx kommentiert dies mit "Vorsicht und Skepsis" und weiß mit dem Zitat nichts anzufangen. Tja, so ist es eben, wenn man in seiner erzbischöflichen Blase sitzt und nicht mehr alles mitbekommt, was in der Welt und auch in Deutschland passiert. "Ich bin ja nicht Papst, Gott sei Dank", meint der Erzbischof. Auch wir sagen "Gott sei Dank!"
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