
17. Jänner 2026 in Jugend
„Alles andere wird euch nachgeworfen”. Was für eine Zusage! Gott selbst wirft dir alles nach, was du brauchst, wenn es dir um sein Reich und seine Gerechtigkeit geht. Die Jugendkolumne von kath.net - Von Magdalena Preineder
Wien (kath.net)
Während ich heute betete, kam mir der Bibelvers Mt 6,33 in den Sinn: „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.”
Ein lieber Freund von mir betont bei diesem Vers gerne, dass es ganz korrekt übersetzt eigentlich heißen würde: „Alles andere wird euch nachgeworfen”. Was für eine Zusage! Gott selbst wirft dir alles nach, was du brauchst, wenn es dir um sein Reich und seine Gerechtigkeit geht. Er wirft es dir nach – er sorgt, er ist da, er kümmert sich um dich, er schaut auf dich und versorgt dich – überall, wo du hingehst. Das ist eine Zusage, die mich staunend zurücklässt.
Und zugleich weiß ich: Diese Zusage ist an eine Voraussetzung gekoppelt. Es ist eine Voraussetzung, die durchaus eine Herausforderung sein kann: Es muss wirklich um Gott und seinen Willen gehen. Es braucht unser All-In für sein Reich und seine Gerechtigkeit. Vermutlich merkt jeder von uns, dass das nicht immer ganz einfach ist.
Sein Reich. Seine Gerechtigkeit. Sein Wille.
Was bedeutet das? Es bedeutet, ein Leben zu führen, wie Jesus es uns selbst vorgelebt hat. Sich selbst entäußern zum Wohle des Anderen. Dort zu lieben, wo es uns unmöglich erscheint. Dort zu ertragen, wo wir alles hinschmeißen wollen. Dort von unseren eigenen Vorstellungen Abstand zu nehmen, wo sie nur unser Wille sind.
Es bedeutet manchmal, sich mit Müh und Not inmitten der schmerzhaftesten Momenten ein „Herr, ich nehme es an” abzuringen – obwohl man es in diesem Moment nicht gerne tut.
Es bedeutet manchmal zu akzeptieren, dass man bei anderen aneckt, wo man vielleicht gerne angenommen wäre.
Es bedeutet manchmal, die Zukunft loszulassen und zu sagen „Herr, ich weiß nicht wie es weitergehen soll und es soll auch nicht meine Entscheidung sein. Du weißt, wie es weitergehen soll. Dein Plan und dein Wille sollen geschehen.”
Es bedeutet manchmal, ein Amen zum Tun des Herrn zu sprechen, während man Fragen und Zweifel im Herzen trägt oder kaum die Kraft hat, dieses Amen hervorzubringen.
Sein Reich. Seine Gerechtigkeit. Das bedeutet, von sich selbst Abstand zu nehmen und den Herrn tun zu lassen – durch dich tun zu lassen. Ein Werkzeug zu sein, das sich von Gott führen lässt, das sich verwenden lässt, ohne etwas zu erwarten – um der Ehre des Herrn willen. Für ihn, alles für ihn.
Und dann, dann wird dir alles andere nachgeworfen. Er sorgt für all das, was du wirklich brauchst, was wirklich notwendig ist. Er ordnet die Umstände deines Lebens so, wie sie Frucht bringen können. Er ebnet die Wege, die vor dir liegen, so, dass du darauf gehen kannst. Nicht immer ohne Mühe – aber voll Frieden. Denn dort, wo du nur noch auf den Herrn blickst, dort wirst du in deiner Seele Frieden haben.
Und ich denke, das ist das Genialste, was er dir nachwerfen wird: seinen Frieden, inmitten aller Unruhe, inmitten aller Herausforderungen, inmitten aller Überwindungen und Mühe. Wenn dein Blick auf ihm ruht, wird er dir seinen Frieden nachwerfen. Dieser Friede wird dir helfen, das Amen dann auszusprechen, wenn es besonders schwer ist, ihm alles zu übergeben, wenn du dich kaum mehr auf den Beinen halten kannst und Ja zu sagen, was auch immer der Herr für dich bereithält. So wie es uns viele Heilige vorgelebt haben.
Es wird nicht immer einfach sein, aber er versorgt dich mit dem Notwendigen: Mit seiner Nähe, seinem Segen, seinem Frieden. Er will es dir nachwerfen – bist du bereit, möglichst viel davon zu fangen? Was gibt es Besseres?
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