Neujahr unter Mariens Blick: Geschichte erneuern, Frieden erbitten

1. Jänner 2026 in Aktuelles


Leo XIV.: Erinnerung an das Ende des Heiligen Jahres, an die Aufgabe der Hoffnung und an die Fürsprache Mariens für Frieden und Gerechtigkeit. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Der Angelus am Neujahrstag, Hochfest der Gottesmutter Maria und Oktavtag von Weihnachten, stand im Zeichen des Beginns des neuen Jahres und der Frage nach dem Sinn der wiederkehrenden Zeit. Papst Leo XIV. stellte den sich wiederholenden Rhythmus der Monate in einen weiteren Horizont und betonte, dass der Herr dazu einlade, die eigene Geschichte zu erneuern und eine Epoche des Friedens und der Freundschaft zwischen allen Völkern einzuleiten.

Ohne diese Sehnsucht nach dem Guten hätte es keinen Sinn, die Seiten des Kalenders umzublättern und die Terminkalender zu füllen: „Während sich der Rhythmus der Monate wiederholt, lädt uns der Herr ein, unsere Geschichte zu erneuern und endlich eine Epoche des Friedens und der Freundschaft zwischen allen Völkern einzuleiten. Ohne diese Sehnsucht nach dem Guten hätte es keinen Sinn, die Seiten des Kalenders umzublättern und unsere Terminkalender zu füllen“. Dabei verwies der Papst auf das zu Ende gehende Heilige Jahr, das gezeigt habe, wie die Hoffnung auf eine neue Welt gestärkt werden könne. Das Heilige Jahr „hat uns gelehrt, wie wir die Hoffnung auf eine neue Welt stärken können: indem wir unser Herz zu Gott bekehren, um Unrecht in Vergebung, Schmerz in Trost und gute Vorsätze in gute Taten zu verwandeln. Auf diese Weise wohnt Gott selbst in der Geschichte und bewahrt sie vor dem Untergang, indem er der Welt den Erlöser schenkt: Jesus. Er ist der eingeborene Sohn, der unser Bruder wird und das Gewissen der Menschen guten Willens erleuchtet, damit wir die Zukunft als ein gastfreundliches Zuhause für jeden Mann und jede Frau gestalten können, die zur Welt kommen“.

In diesem Zusammenhang betonte Leo XIV. das Weihnachtsfest als bleibenden Bezugspunkt und lenkte den Blick auf Maria. Sie wurde als diejenige bezeichnet, die als Erste das Herz Christi schlagen gehört habe. Das Weihnachtsgeheimnis werde somit mit ihrer Person verbunden, da sich in der Stille ihres jungfräulichen Schoßes das Wort des Lebens als Herzschlag der Gnade zu erkennen gebe. Daraus leitete der Papst die Verbindung zwischen Gott, Menschwerdung und menschlichem Herzen ab. Gott kenne seit jeher das Herz Mariens und das Herz der Menschen. Durch die Menschwerdung gebe er sein eigenes Herz zu erkennen. Deshalb schlage das Herz Jesu für jeden Menschen, für jene, die ihn aufnehmen, und für jene, die ihn nicht aufnehmen. Es bleibe nicht gleichgültig gegenüber denen, die kein Herz für ihre Mitmenschen hätten. Es schlage für die Gerechten, damit sie in ihrer Hingabe beharrten, und für die Ungerechten, damit sie ihr Leben änderten und Frieden fänden: „Seit jeher kennt Gott, der gute Schöpfer, das Herz Marias und unser Herz. Indem er Mensch wird, gibt er uns sein eigenes Herz zu erkennen: Deshalb schlägt das Herz Jesu für jeden Mann und jede Frau. Für diejenigen, die bereit sind, ihn aufzunehmen, wie die Hirten, und für diejenigen, die ihn nicht aufnehmen wollen, wie Herodes. Sein Herz ist nicht gleichgültig gegenüber denen, die kein Herz für ihre Mitmenschen haben: Es schlägt für die Gerechten, damit sie in ihrer Hingabe beharrlich bleiben, und für die Ungerechten, damit sie ihr Leben ändern und Frieden finden“.

So wurde die Menschwerdung ausdrücklich mit der Rolle der Frau und mit der Würde des Lebens verbunden. Der Blick galt dem Geheimnis, dass der Erlöser in die Welt komme, indem er von einer Frau geboren werde. Dieses Geheimnis solle verehrt werden, weil es in der Allerheiligsten Jungfrau Maria aufleuchte und in jedem Ungeborenen widerscheine. In diesem Zusammenhang sprach der Papst davon, dass im Ungeborenen das göttliche Bild sichtbar werde, das dem menschlichen Leib eingeprägt sei. Der Erlöser „kommt in die Welt, indem er von einer Frau geboren wird: Halten wir inne, um dieses Geheimnis zu verehren, das in der Allerheiligsten Jungfrau Maria aufleuchtet und in jedem Ungeborenen widerscheint, indem es das göttliche Bild offenbart, das unserem Leib eingeprägt ist“.

Schließlich stand der Neujahrstag mit dem Welttag des Friedens in einem einheitlichen Horizont. Der Papst sprach vom gemeinsamen Gebet um Frieden, vor allem zwischen den Nationen, die von Konflikten und Elend betroffen seien, ebenso aber auch für Frieden in den Häusern und Familien, die von Gewalt und Leid gezeichnet seien. In der Gewissheit, dass Christus die Hoffnung und die Sonne der Gerechtigkeit sei, die niemals untergehe, war die vertrauensvolle Bitte um die Fürsprache der Gottesmutter Maria ausgesprochen worden: „An diesem Welttag beten wir alle gemeinsam für den Frieden: vor allem zwischen den Nationen, die von Konflikten und Elend heimgesucht sind, aber auch für Frieden in unseren Häusern, in den Familien, die von Gewalt und Leid gezeichnet sind. In der Gewissheit, dass Christus, unsere Hoffnung, die Sonne der Gerechtigkeit ist, die niemals untergeht, bitten wir vertrauensvoll um die Fürsprache Marias, der Mutter Gottes und Mutter der Kirche“.

 


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