
1. Juni 2022 in Aktuelles
Während des Sonntagsgottesdienstes ging ein junger Mann nach vorn, stieß offenbar mit dem Messer aus etwa einem Meter Entfernung mehrfach nach der Pfarrerin - Polizei: „Pfarrerin konnte nach hinten ausweichen und wurde deshalb nicht verletzt“
Ulm (kath.net) „Ab 8 Uhr hielt eine 39-jährige Pfarrerin Gottesdienst im vorderen Bereich des Ulmer Münsters. Ein 28-Jähriger ging kurz danach in diese Kirche. Er soll ein Messer bei sich geführt haben. Auf dem Weg nach vorne soll er damit zunächst sechs Holzfiguren an Kirchenbänken beschädigt haben. Dann sei er mit dem Messer auf die Pfarrerin zugegangen. Aus etwa einem Meter Entfernung soll er mehrmals mit dem Messer in ihre Richtung gestoßen haben. Die Pfarrerin konnte nach hinten ausweichen und wurde deshalb nicht verletzt.“ Das berichtet die Polizei Ulm in einer Pressemeldung. Die Pfarrerin „rief über Mikrofon um Hilfe, so dass Besucher des Gottesdienstes auf den Vorfall aufmerksam wurden. Der 28-Jährige soll dann das Kabel des Lautsprechers durchtrennt haben. Er wendete sich von der Pfarrerin ab und verließ das Münster, nachdem er mehrfach durch Anwesende dazu aufgefordert worden war. Die Polizei nahm den Mann später auf dem Münsterplatz fest. Warum der Mann die Pfarrerin angriff, ist bislang nicht bekannt.“
Weiter informierte der Polizeibericht, dass die zuständige Haftrichterin auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ulm beim Amtsgericht Ulm Haftbefehl gegen den Beschuldigten erließ „wegen des dringenden Verdachts des versuchten Totschlags. Er befindet sich nun in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wird im Rahmen der anstehenden Ermittlungen auch den psychischen Zustand des 28-Jährigen begutachten lassen. Die weiteren Ermittlungen dauern noch an.“
Der Ulmer evangelische Dekan Ernst-Wilhelm Gohl erläuterte gegenüber dem SWR, dass auch am Tag nach der Attacker der Schock der Pfarrerin noch in den Gliedern sitze. Und „natürlich erschrickt man, wenn da plötzlich vor einem ein Mensch mit dem Messer steht.“ Doch habe sie den Gottesdienst trotz des Angriffs weiterfeiern wollen. Er erläuterte weiter, dass das Ulmer Münster auf Anschlagsszenarien gut vorbereitet sei.
Symbolbild Polizei (c) kath.net
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