Kloster in Umbrien soll wegen Ablehnung der Corona-Impfung geschlossen werden

28. März 2022 in Weltkirche


Die Benediktinerinnen in Santa Caterina haben sich laut einer Visitation nichts zuschulden kommen lassen, außer dass sie sich nicht impfen lassen wollen.


Perugia (kath.net/mk) Das über 500 Jahre alte Benediktinerinnen-Kloster in Santa Caterina/Perugia muss seine Pforten schließen, weil die Schwestern sich nicht gegen Corona impfen lassen wollen. Mutter Caterina, Oberin des Klosters, erzählte in einem Interview mit dem Online-Blog „La nuova bussola“, dass eine aus unbekanntem Grund angeordnete Apostolische Visitation zu dem Schluss kam, dass an der Klosterführung in wirtschaftlicher, geistlicher und liturgischer Hinsicht nichts zu beanstanden sei, bloß das Verhalten der Oberin sei „unangemessen“. Die Visitatorin habe ihr als Grund genannt, dass die Schwestern nicht geimpft seien, und sie als Oberin die Impfung nicht verpflichtend gemacht habe.

Derzeit leben im Kloster noch fünf Schwestern, die Gebäude wurden zwischen 1860 und 1940 von den Schwestern durch harte eigene Arbeit gekauft. Die geringe Zahl an sich ist für Schwester Caterina kein Grund, das Kloster aufzulösen, denn üblich in solchen Fällen wäre die Angliederung an ein anderes Kloster. Alle Schwestern seien sich von Anfang an sicher gewesen, sich nicht impfen lassen zu wollen; die Entscheidung sei aber immer wieder von außen hinterfragt worden, der Druck im Laufe des letzten Jahres gestiegen. Vor ihrem Eintritt in den Orden arbeitete die Oberin in der wissenschaftlichen Forschung, weshalb sie sich ihren Entschluss, über ihre Mitschwestern keine Impfpflicht zu verhängen, gut überlegt habe. Als kontemplative Gemeinschaft bestehe kein Kontakt zur Außenwelt bis auf die Messe in der Kirche, und selbst dort befänden sich die Schwestern in einem abgeschiedenen Bereich. Abschließend hofft Schwester Caterina, dass bei einem Wegzug der Schwestern zumindest das Gebäude ein Ort des Gebetes bleibe.

 


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