„Kirche in Not“ ruft kontemplative Klöster weltweit zu Friedensgebeten für die Ukraine auf

5. März 2022 in Weltkirche


Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat kontemplative Ordensgemeinschaften auf der ganzen Welt zum Gebet um Frieden in der Ukraine aufgefordert.


Wien-München (kath.net/KIN)

Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat kontemplative Ordensgemeinschaften auf der ganzen Welt zum Gebet um Frieden in der Ukraine aufgefordert. Viele Klöster sind seit Jahrzehnten Projektpartner des Hilfswerks und waren oder sind aktuell selbst Krieg und Verfolgung ausgesetzt.

Das Hilfswerk reagierte mit dem Aufruf auf die Bitte von Gemeinden und Diözesen aus der ganzen Ukraine, die angesichts der aktuellen Kämpfe neben der materiellen Hilfe in erster Linie um das Gebet bitten. Nahezu jede Nachricht, die „Kirche in Not“ aktuell aus der Ukraine erreicht, endet mit der Bitte um geistliche Solidarität. Auch Papst Franziskus hatte besonders für Aschermittwoch zu einem Fast- und Gebetstag für die Ukraine aufgerufen.

„Wir brauchen keinen weiteren Krieg“

Aus allen Regionen der Welt haben „Kirche in Not“ bewegende Antworten von kontemplativen Ordensgemeinschaften erreicht, die ihr Gebet um Frieden versprechen. So schreiben zum Beispiel die Klarissinnen aus Luska, der Hauptstadt Sambias: „Wir haben die traurigen Ereignisse mit Sorge verfolgt und wir flehen zum Herrn, dass er sich der ganzen Welt erbarmt. Wir brauchen neben der Covid-19-Pandemie keinen weiteren Krieg!“

Aus Maimansingh in Bangladesch sagten die dortigen Klarissinnen zu, ihr Fasten zu erhöhen, um so dem Gebet und der Bitte um Frieden Ausdruck zu verleihen: „Wir werden tun, was uns möglich ist, um Menschenleben zu retten.“

Bewegende Nachrichten hat „Kirche in Not“ aus Weltregionen erhalten, die selbst die Schrecken des Krieges erlebt haben. „Wir wissen, was es bedeutet, unter Gewalt und Aggression zu leiden. Der Krieg ist eine schreckliche Erfahrung, die wir durchgemacht haben. Deshalb sind wir von den Ereignissen in der Ukraine erschüttert“, schreiben die Karmelitinnen aus Sarajewo, der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina. „Wir beten inständig zum Herrn, dass er dem ukrainischen Volk Frieden und Freiheit bringt.“

„Wir kennen die Schrecken des Krieges nur zu gut“

Eine ähnliche Nachricht kommt von den Dominikanerinnen aus Benguela im Westen Angolas: „Wir kennen die Schrecken des Krieges nur zu gut, denn wir haben Gräueltaten miterlebt und ihre Folgen am eigenen Leib gespürt. Deshalb bricht es uns das Herz, wenn wir an das Leid denken, das unsere Brüder und Schwestern derzeit ertragen müssen.“

„Kirche in Not“ erreichen täglich zunehmend Nachrichten, in denen Ordensleute ihr Gebet um Frieden bezeugen, so zum Beispiel aus Mosambik, Brasilien, Indien, Peru und Sri Lanka. „Die Tatsache, dass diese Botschaften aus so vielen verschiedenen Ländern und Kontinenten eintreffen, unterstreicht die Vision der Kirche von der Menschheit als einer Familie, die gemeinsam betet und nach den Gesetzen der Liebe und nicht der Macht lebt“, erklärte Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“, Dr. Thomas Heine-Geldern.

„Kontemplative Klöster sind ,Elite-Einheiten’ in Sachen Gebet“

Das Hilfswerk stehe in ständigem Kontakt mit den Projektpartnern in der Ukraine. Die von dort übermittelten Botschaften und Videos spiegelten das Leid, aber auch den tiefen Glauben der Menschen wider. Sie seien dankbar für jede Form der materiellen wie spirituellen Unterstützung. „Angesichts des Schreckens dieses Krieges hat Papst Franziskus zur mächtigsten Waffe von allen aufgerufen: dem Gebet“, sagte Heine-Geldern. „Wir alle sind zum Gebet aufgerufen. Aber wir Katholiken wissen, dass die kontemplativen Orden unsere ,Elite-Einheiten’ in Sachen Gebet sind.“

„Kirche in Not“ hat ein Gebet um Frieden in der Ukraine veröffentlicht. Download- und Bestellmöglichkeit unter: www.kirche-in-not.de/shop.

Direkt nach Kriegsausbruch in der Ukraine hatte das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ ein Nothilfe-Paket in Höhe von einer Million Euro auf den Weg gebracht. Das Geld kommt Priestern und Ordensleuten zugute, die im ganzen Land in den Pfarreien, bei den Flüchtlingen, in Waisenhäusern und Altenheimen arbeiten.

Foto: Benediktinerin aus Schytomyr in der Ukraine betet den Rosenkranz. © Kirche in Not


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