
2. März 2022 in Kommentar
Mit einer absurden "Mainstream"-Argumentationskette versuchen manche den Krieg von Diktator Putin gegen die Ukraine irgendwie zu rechtfertigen - Wer jetzt neutral bleibt, unterstützt das Morden von Putin - Ein Kommentar von Roland Noé P.S. RIP Sofia!
Linz (kath.net)
Man müsse doch vorsichtig sein, wenn der Mainstream hier so einseitig berichtet. Mit solcher Argumentation wollen derzeit manche aus dem linken und rechten und leider auch so manche frommen Kreisen beweisen, dass der Krieg von Russland gegen die Ukraine doch nicht so schlimm sei, dass doch die Nato oder die Ukraine selber schuld sei und ähnlich. Solch eine Argumentation dient nur dazu, sich selbst zu belügen oder noch etwas rechtzufertigen. „Und die bösen Mainstream-Medien, die haben doch bei Corona auch immer gelogen.“ So geht die Argumentation dann weiter, man belügt sich selbst, glaubt irgendwelchen Lügen über die „böse Ukraine“, um damit den Krieg irgendwie rechtfertigen. Man müsse ja differenzieren, man müsse ja neutral bleiben. Falsch: Wenn ich sehe, wie ein Irrer ein Land angreift und diese zerbombt und dort Kinder zerfetzt werden, dann gibt es nichts mehr zu differenzieren. Wer hier dann noch neutral bleiben möchte, der unterstützt das Morden von Putin.
Zurück zur Argumentation von diesen Menschen und etwas Moraltheologie. Etwas ist richtig oder falsch, weil es richtig oder eben falsch ist. Ob die Massenmedien oder sonst irgendwer das erkennt, ist dabei nicht relevant und kein Beweis dafür, ob es richtig oder falsch ist. Die 10 Gebote gelten, ob es jetzt irgendwer akzeptiert oder nicht. Und das Gebot ‚Du sollst nicht morden‘ gilt bei Thema Abtreibung und (!) beim Thema Krieg.
Auch beim Thema Covid gab es Gott sei Dank nicht nur Mainstream-Berichte. Seit Wochen haben z.B. die deutsche BILD-Zeitung oder auch die WELT die Covid-Politik scharf kritisiert, die WELT hat mehrfach die Lügen der Politiker aufgedeckt. Ähnlich auch ServusTV in Österreich.
Nochmals zurück zum Krieg: Dieser Angriffskrieg ist grundsätzlich falsch ohne WENN und ABER. Es gibt keine Rechtfertigung. Wer jetzt in seinem Kopf hier ein „Aber“ entdeckt, der sollte sich wirklich die Frage stellen, ob sein moralisches Grundgerüst hier nicht wirklich etwas verschoben ist. Und zurück zu den „bösen Mainstream“-Medien. Hier leistet z.B. die BILD-Zeitung derzeit großartige Arbeit. Journalisten berichten seit Tagen direkt aus dem Land, verbringen die Nächte ebenfalls in den Kellern und Bunkern und riskieren bei ihrer Arbeit ihr Leben. Vor diesen Journalisten habe ich mehr Respekt als vor Internetforenschreiberlingen, die bequem und aus der Distanz dann irgendwelche „Abers“ im Kopf entdecken und dann den Ukrainern irgendetwas erklären möchten oder sich entrüsten, wenn man für die Unterstützung der Ukrainer ist, d.h. auch für Waffenlieferungen. Richtig pervers ist, wenn Menschen, die selber zu Haus im sicheren Sessel sitzen, dann den armen Ukrainern nicht erlauben möchten, sich zu verteidigen.
Respekt sollte man diese Tage vor Gregor Gysi haben. Gysi ist Kommunist, langjähriger Parteichef der „Linken“ in Deutschland. Diese hatte jahrelang der Propaganda angehangen, dass die russische Aggressionen in erster Linie eine Reaktion auf die Nato und deren Osterweiterung sei. Gysi ist nach wie vor außenpolitischer Sprecher seiner Partei und hat bei diesem Thema jetzt eine Kehrtwendung gemacht. In einer Auseinandersetzung mit der eigenen Partei bei dem Thema wirft er Parteigenossen laut „Welt“ die völlige Emotionslosigkeit hinsichtlich des Angriffskrieges, der Toten, der Verletzten und dem Leid vor. Millionen Menschen seien so wie er tief bewegt, Hunderttausende demonstrierten. „Ihr seid nur daran interessiert, eure alte Ideologie in jeder Hinsicht zu retten. Die Nato ist böse, die USA sind böse, die Bundesregierung ist böse und damit Schluss für euch“, heißt es in dem Brief weiter, der an die gesamte Fraktion verschickt wurde. Ebenso wie für die von ihm angesprochenen Genossen sei das Völkerrecht entscheidend, auch er kritisiere die Nato. In diesem Fall habe die Nato laut Gysi aber „keinen einzigen Fehler begangen“, der den Krieg rechtfertigen. „Putin hat unsere Position gegen eine Osterweiterung der Nato – was ihr nicht im Mindesten erkennt – insoweit widerlegt, als er die Ukraine nicht angegriffen hätte, wenn sie Mitglied der Nato gewesen wäre.“
Es wäre daher wirklich an der Zeit, dass manch Frommer, mancher von links und mancher von rechts ganz schnell die „Abers“ hier aus dem Kopf verbannt, bevor es zu spät ist. Und wer noch immer nicht glaubt, dass Putin einfach ein verabscheuungswürdiger Kriegsverbrecher Putin ist, der sollte sich die Bomben auf Charkiv auf ein dortiges Wohnviertel von gestern ansehen.
Und noch ein letzter Gedanke vom ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj, den er heute bei einer Videoschalte an die EU an PUTIN gestellt hat: "Gestern wurden 16 Kinder in der Ukraine getötet worden. Sind unsere Kinder militärische Einrichtungen, mit welchen Panzern fahren sie?“
"Putin macht die gleichen Schritte wie Hitler. Russland ist die größte Gefahr für uns. Es gibt Gefahren und Russland ist die größte Gefahr für uns." (Otto Habsburg, 2006)
Foto: Das Foto zeigt die 6-jährige Sofia, die gestern von russ. Soldaten in der Ukraine ermordet wurde!
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