Serbisch-orthodoxer Metropolit von Skopje kritisiert Papstreise

2. Mai 2019 in Weltkirche


Hintergründe der Aussagen von Erzbischof Jovan sind historisches Entstehen der katholischen Minderheit im heutigen Nordmazedonien und auch das "Mazedonische Schisma" in der Orthodoxie


Belgrad-Skopje (kath.net/KAP) Vorbehalte gegen den Besuch von Papst Franziskus in Nordmazedonien am 7. Mai hat der für die Region zuständige Hierarch der serbisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Jovan (Vraniskovski), vorgebracht. In einem Interview mit der Belgrader Zeitung "Vecernje Novosti" bezeichnete es der serbisch-orthodoxe Erzbischof von Ohrid und Mazedonien als zweierlei Maß, wenn der "Staat von Skopje" den Heiligen Vater empfange, dem Patriarchen von Serbien jedoch die Einreise schon seit zehn Jahren verweigere. Jovan vertritt in der Republik Nordmazedonien die Interessen des serbischen Patriarchats im Gegensatz zur seit 1967 von Belgrad gelösten und von der Weltorthodoxie nicht anerkannten mazedonischen orthodoxen Kirche.

Laut deutscher Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) erklärte der serbisch-orthodoxe Metropolit in dem Zeitungsinterview eine eigene Papstreise zur "Handvoll römischer Katholiken, die meisten von ihnen Kroaten, und einigen wenigen Unierten" als nicht gerechtfertigt. Allerdings handelt es sich bei den "lateinischen" Katholiken in Nordmazedonien auch um Angehörige der albanischen Minderheit, die sich seit dem Frühmittelalter zu Rom bekennen.

Auf die vorgesehene Ehrung der heiligen Mutter Teresa durch Papst Franziskus in ihrer Heimatstadt Skopje ging der Erzbischof nicht ein. Bei den "einigen und wenigen Unierten" handelt es sich aus Expertensicht um die Erben der im 19. Jahrhundert ersten Kirche mit mazedonisch-slawischem Selbstverständnis und ebensolcher Kirchensprache. Beides hatte ihnen gegen den Widerstand der erst griechischen und dann serbischen Orthodoxie nur Rom zugestanden.

Die Aussagen von Erzbischof Jovan sind auch vor dem Hintergrund des sogenannten "Mazedonischen Schismas" in der Orthodoxie zu betrachten. Dieses datiert seit 1967, als sich die Orthodoxen im heutigen Nordmazedonien unter Mithilfe der damaligen kommunistischen Machthaber Jugoslawiens aus dem serbischen Patriarchat einseitig herauslösten und ihre - von der Weltorthodoxie nie anerkannte - Selbstständigkeit (Autokephalie) verkündeten.

Metropolit Jovan gehörte zu jenen mazedonischen Bischöfen und Priestern, die sich im Jahr 2002 wieder dem serbischen Patriarchen unterstellten. Belgrad hatte der mazedonischen Kirche das Angebot einer weitgehenden Autonomie gemacht; dieser Vorschlag führte zu einer heftigen Diskussion innerhalb der mazedonischen Kirche und ihres Episkopats. Jovan wurde vom serbisch-orthodoxen Patriarchat noch im selben Jahr zum Erzbischof von Ohrid ernannt. Die Mazedonisch-orthodoxe Kirche exkommunizierte ihn daraufhin im Jahr 2003. Die Behörden von Skopje haben den Metropoliten mehrmals für längere Zeit inhaftiert.

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