
4. März 2003 in Jugend
Die deutsche Schauspielerin im YOU-Interview über ihre Bekehrung: "In Medjugorje ist es passiert"
Wien (www.kath.net)
"Es kam ganz unerwartet - wie ein Dieb in der Nacht." Dies meint die bekannte deutsche Schauspielerin Katja Giammona in der neuesten Ausgabe des YOU-Magazins auf die Frage nach ihrer Bekehrung. "Meine Eltern waren eigentlich Zeugen Jehovas", schildert sie. "Als ich 14 Jahre war, sind sie jedoch ausgestiegen und in die katholische Kirche eingetreten - ichauch, aber ich praktizierte nicht. Als ich schwanger wurde, fing meine Mutter an zu fasten, sie wurde ganz fromm katholisch, ganz extrem. Ich hatte dann eigentlich immer Problem mit meiner Mutter - ich fand sie zu fanatisch. Aber sie opferte alles auf: Kaffee, Alkohol, dies und jenes - alles für mein Kind."
Ihre Tochter sei gesund auf die Welt gekommen, ihre persönlichen Probleme seien jedoch geblieben. Bis sie ihre Mutter eines Tages nach Rimini zu einem großen charismatischen Treffen eingeladen hätte. "Ich dachte mir: Was soll denn das jetzt? Mama, denk nicht, dass ich mit in die Kirche gehe! Aber wenn du mir den Urlaub schon schenkst - wieso nicht?So bin ich mitgefahren und wollte nebenbei mein Drehbuch lernen - im Hotel oder am Meer. Meine Mutter sollte mit meiner Tochter pilgern oder in diesen Kongress gehen."
Eines Tages sei sie mitgefahren, "um zu sehen, wohin meine Tochter da verschleppt wurde - nicht dass es dann wieder zu fanatisch ist! So bin ich mitgefahren und bin dann doch eine halbe Stunde geblieben und dann noch eineStunde. Ich hatte ein Käppi und eine dicke Sonnebrille auf - so ganz auf cool - und dann hab ich zu meiner Mutter gesagt: Mama ich geh mal auf die Toilette. Stattdessen hab ich mich woanders hingestellt - hinter der Säule -, damit ich nicht gesehen werde, weil mein Körper zusammenbrach und ich anfing zu weinen - aufgrund der Worte, die mein Ohr hörte und auch mein Herz."
Später habe sie sich einen Rosenkranz gekauft und habe sich einer Gebetsgruppe angeschlossen. Dann sei sie mit einer Freundin nach Medjugorje gefahren. "Und dann, dort angekommen, ist es passiert. Schwer zu erklären mit Worten. Aber was ich in Medjugorje erlebt hab, das war wie ein Ankunft. Ich empfand mich so angekommen, so im Frieden - gerade hier und jetzt. Ich denke, durch die Suche entwickeln wir Kunst - durch die Suche und den Weg dorthin sind wir Schöpfer. Und wenn wir dahin kommen, dann sind wir nur noch am Genießen, wir ernten und ernten. Da wurde mir klar: O mein Gott! - Er meint es jetzt persönlich mit mir! -Er hat mich persönlich nach Medjugorje bestellt. Denn er war persönlich da. Under ließ mich nicht mehr los."
Katja ging dort beichten. "Zuerst wusste ich nicht, wie die Beichte geht - dann mussten sie mir die 10 Gebote vorlesen, damit ich dazu jeweils was sagte. Aber als ich beichtete, konnte ich plötzlich die Eucharistie empfangen." Wieder zurückgekehrt in ihrer Heimat werden die Dinge wieder kompliziert. Ein Weg der inneren Reinigung beginnt. "Zwei Monate war ich zurückgezogen wie in einer Muschel - kein Kontakt zur Außenwelt - ich war auch in einer Gemeinschaft, wo man stundenlang betet, Stundenbuch, Rosenkränze, mit Schwestern." Sie habe "erkannt, dass es Gott gibt. Ich glaube, ammeisten empfängt man, wenn man sich einfach hingibt."
In Medjugorje habe sie der Priester gefragt, ob sie das Kreuz von Jesus annehmen wolle. "Da habe ichgeprüllt, habe ihn geschubst: nein, ich hab kein Kreuz, ich bin der Winner! Positiv denken. Als Schauspieler wird man da fast vorprogrammiert: Man ist Sieger - als Schauspieler. Und das wollte man mir jetzt brechen: Man istauch Opfer und man trägt ein Kreuz. Aber irgendwann habe ich gefühlt, mein Mund sagte: Ja, ich bin bereit. Und da hatte ich das Gefühl, dass eine Last von meinem Rücken runterfiel, als ich sagte: Ich nehme das Kreuz von Jesusauf. Da sagte ich: Das gibt's doch wohl nicht, wieso ist denn das Kreuz von Jesus so leicht? Ich hatte das Gefühl, das Gewicht ging. Da sagte der Priester nur: Ja, Sie haben das Kreuz der Welt, das so viel wiegt, abgelegt.Jetzt haben Sie das Kreuz von Jesus Christus aufgenommen, das wiegt nicht so schwer wie das Kreuz der Welt auf dem Rücken."
Sieht sie sich als eine, die zur Schauspielerin berufen ist? Katja: "Ich denke, all dieses Streben, diese Wünsche haben einen Sinn. Gott fügt diese Sachen ... Und ich denke, dass Gott etwas mit mir in diese Richtung vorhat. Gott ist voller Überraschungen - er wird es mir zeigen." - Eine tiefe Ruhe und Frieden gebe es auch schon hier, in der Welt, "wenn man bemerkt, Gott gibt es, ich bin ihm begegnet. Und man fühlt ihn wirklich ganz nah. Wenn man zurückschaut auf dieJahre, merkt man, man hat nur nach Wind gehascht - so wie bei Kohelet. Ich habe gefeiert und hab dieses und jenes gesucht und gesucht, ganz krampfhaft gesucht - ganz ein Workaholic, und am Ende ist alles Luft. Was fehlt, ist,dass man hier und jetzt einfach ruht. Wenn man ruht, hat man keine Bedürfnisse, also man träumt nicht unbedingt vom Berühmtwerden. Es kommt zwar dann wieder so ein Elan, aber man tut dann alles ganz für Gott."
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