
9. Oktober 2013 in Weltkirche
Journalist: "Pater Dall'Oglio lebt und wird von seinen Entführern gut behandelt"
Damaskus (kath.net/KAP) Der in Syrien gekidnappte Jesuitenpater Paolo Dall'Oglio lebt laut einem anonymen Augenzeugen und wird von seinen Entführern gut behandelt. Dieses erste Lebenszeichen des Ende Juli verschwundenen Ordensmannes hat Khalaf Ali Khalaf, syrischer Journalist und Aktivist gegen das Regime, am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Aki-Adnkronos gegeben. Der Entführte sei von einem Informanten am Sonntag in einem Gebiet im Norden Syriens gesehen worden, hieß es.
Khalaf verschwieg in seiner Aussage den Namen des Informanten wie auch den genauen Aufenthaltsort des Entführten - aus Angst vor Repressalien, wie es hieß. Nähere Angaben machte er allerdings zu den Entführern des aus Italien stammenden Priesters und Islamwissenschaftlers, der bereits seit über 30 Jahren in Syrien tätig ist. Es handle sich dabei um Mitglieder des "Islamischen Staates Irak und der Levant", abgekürzt "ISIS", hätten ihn mit der Al-Qaeda-verbündete Quellen in unmittelbarer Nähe zu der Extremistengruppe informiert.
Dall'Oglio war zuvor zum letzten Mal in der von Rebellen kontrollierten Provinzhauptstadt Rakka am 28. Juli gesehen worden. Gerüchten zufolge steht seine Entführung im Zusammenhang mit jener der Metropoliten Mar Gregorios Youhanna Ibrahim und Boulos Yazigi vom 22. April. Dall'Oglio habe mit Funktionären des sogenannten "Islamischen Kalifats des Iraks und des Mashreq" um die Freilassung der beiden Aleppiner verhandelt, als sich seine Spuren verloren haben, hieß es im August.
Weder dem Vatikan noch Italien gelang es in Folge, Kontakt zu Dall'Oglio oder zu seinen Entführern herzustellen. Beide Staaten konnten die Identität Dall'Oglios auf einem damals von einer Regime-freundlichen Website verbreiteten Videos nicht bestätigen, das angeblich dessen Enthauptung durch seine Entführer zeigte.
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