Kinder sind Gottes Gabe und kein Renditefaktor

17. Juni 2013 in Familie


Kritik: Politik und Wirtschaft ökonomisieren die Familie


Celle (kath.net/idea) Kinder sind „eine Gabe Gottes“ und kein Wirtschaftsfaktor. Das betont der Pastor für Arbeit, Wirtschaft und Soziales der hannoverschen Landeskirche, Peer-Detle Schladebusch (Celle), in der Zeitschrift des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA).

Er kritisiert, dass Politik und Wirtschaft jahrzehntelang Mahnungen der Bevölkerungsforscher in den Wind geschlagen hätten, dass es Deutschland an Kindern mangele. Stattdessen stellten sie nun ökonomische Gesichtspunkte in den Vordergrund und beschränkten sich auf die frühkindliche Betreuung in Kindertagestätten oder das Betreuungsgeld.

Auf die Hauptbetroffenen, nämlich die Eltern, werde kaum gehört. Sie wünschten sich, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa zeige, vor allem mehr selbstbestimmte Zeit, in der sie sich selbst um ihre Kinder kümmern könnten, sowie mehr Geld, über das sie selbst verfügen könnten und das ihnen nicht „widerwillig oder diskriminierend zum Beispiel als ‚Herdprämie’ zugesprochen wird“.

Familien verkommen zur Verfügungsmasse

Schladebusch räumt ein, dass eine öffentlich geförderte Kleinkinderbetreuung rein wirtschaftlich von großem Vorteil sei. Die dadurch erreichte höhere Arbeitsmarktbeteiligung von Müttern finanziere durch das höhere Steueraufkommen die Betreuungskosten größtenteils selbst, so eine Studie des Münchner Ifo-Institus. Aber dies trage zur Ökonomisierung der gesamten Gesellschaft bei.

Schladebusch: „Kinder und Familien verkommen zur Verfügungsmasse von Politik und Wirtschaft.“ Keiner Gesellschaft bekomme es gut, Kinder und ihre Eltern nur als „Renditefaktor“ zu betrachten.

Man dürfe nicht wiederholen, was den Finanzsektor bereits in die Krise geführt habe: kurzfristig hohe Renditen statt gesundem Wachstum.


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