Priesteramtskandidaten: Vatikan mahnt zu sorgfältiger Auswahl

15. Juni 2013 in Weltkirche


Verantwortliche sollen sich ausreichend Zeit für eingehende Begutachtung nehmen und gegebenenfalls auch Bewerber ablehnen.


Vatikanstadt (www.kath.net/ KAP)
Der Vatikan hat eine sorgfältigere Auswahl von Priesteramtskandidaten angemahnt. Seelsorgerische Engpässe dürften nicht zu einer übereilten Zulassung zu diesem Weiheamt führen, heißt es in einem Schreiben des Präfekten der vatikanischen Kleruskongregation, Kardinal Mauro Piacenza.

Die Kirche brauche Priester, "aber nicht jede Art von Priestern". In Zweifelsfällen sei es besser, sich ausreichend Zeit für eine eingehende Begutachtung zu nehmen und gegebenenfalls auch Bewerber abzulehnen, schrieb Piacenza in dem von "Radio Vatikan" veröffentlichten Brief an Seminaristen in aller Welt.

Anlass des Schreibens war das am 7. Juni begangene weltkirchliche Hochfest "Heiligstes Herz Jesu". Das von Papst Pius IX. 1856 eingeführte Fest jeweils am dritten Freitag nach Pfingsten steht traditionell im Zeichen der Erneuerung der Weiheversprechen der Priester und der Weihejubiläen.

Im Zuge des Missbrauchsskandals hatten Kritiker den Vorwurf erhoben, dass angesichts eines Mangels an Berufungen in vielen europäischen Ländern die Anforderungen an Priesteramtskandidaten gesenkt worden seien. Piacenza forderte Priester auf, selbst durch ein vorbildhaftes und überzeugendes Wirken junge Männer zum Nachdenken über eine geistliche Berufung bringen; Berufungen könnten nicht einfach durch eine PR-Kampagne "produziert" werden.

Zudem müsse die katholische Kirche insgesamt Berufungen fördern, indem sie Wert und Unverzichtbarkeit des Priesteramtes herausstelle. Es gelte hierbei jedoch stets zu berücksichtigen, dass Berufungen letztlich nicht durch eine kirchliche Strategie, sondern durch Gott bewirkt würden. Piacenza ist für einen großen Teil der insgesamt mehr als 400.000 Priester der katholischen Kirche zuständig.

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