
11. Juni 2013 in Weltkirche
Kyrill I. rügt bei Athos-Besuch klösterliches Medienverhalten: "Auf der einen Seite verlassen Mönche die Welt, auf der anderen Seite surfen sie im Internet, wo es Menge an Sünden und Versuchungen gibt"
Athen (kath.net/KAP) Der Moskauer Patriarch Kyrill I. hat zum Abschluss seines Griechenland-Besuchs den Berg Athos als "Zentrum der ganzen Orthodoxie" bezeichnet. Im bulgarischen Athos-Kloster Zografou ging Kyrill I. vor den Mönchen auch auf die "Versuchung des Internets" ein, wie die Stiftung Pro Oriente am Dienstag berichtet: "Viele Mönche tun etwas völlig Unvernünftiges: Auf der einen Seite verlassen sie die Welt, auf der anderen Seite surfen sie mit ihrem Handy im Internet, wo es bekanntlich eine Menge an Sünden und Versuchungen gibt."
Durch ihr Gebet würden die Mönche vom Berg Athos die Orthodoxie in der ganzen Welt stützen, sagte Kyrill I. Die Verantwortung der Mönche sei groß. Sie gelte auch der Einheit aller orthodoxen Kirchen, der Reinheit der Orthodoxie und des monastischen Lebens.
Es habe seinen guten Grund, dass die monastischen Traditionen so streng seien. So würden die besten Bedingungen für die Verwirklichung des Heils geschaffen. "Wenn ein Mönch online surfen will, sollte er dann nicht darüber nachdenken, ob sein Platz überhaupt in einem Kloster ist?", stellte der Moskauer Patriarch fest.
Bei seinem Besuch in der nordgriechischen autonomen Mönchsrepublik Athos in der Vorwoche kündigte der Patriarch auch an, dass er 2016 - aus Anlass der 1.000-Jahr-Feiern der russischen Präsenz auf dem Heiligen Berg - wiederkommen werde. Bis dahin soll auch das erste russische Kloster auf der dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel unterstellten Klosterhalbinsel, das Xilourgou-Kloster - wieder aufgebaut sein.
Xilourgou wurde in der Regierungszeit Fürst Wladimirs des Heiligen errichtet. Die erste schriftliche Erwähnung geht auf das Jahr 1016 zurück.
Der Wiederaufbau dieses Klosters sei ein Ausdruck des Dankes an jene Mönche, die "1.000 Jahre hindurch die russische monastische Tradition auf dem Athos lebendig erhalten haben", so Kyrill I.
In besonderer Weise würdigte der Moskauer Patriarch bei seinem Athos-Besuch das Kloster Vatopedi, von wo der "Gürtel Mariens" im Herbst 2011 nach Russland gebracht worden war. Vatopedi sei damit zu einem "Zeugen der Wiedergeburt der russischen Kirche" geworden. Vier Millionen Gläubige hätten während der mehrwöchigen "Pilgerfahrt" der Reliquie durch Russland vor dem "Gürtel Mariens" gebetet und ihr Leben damit auf das Evangelium ausgerichtet, sagte der Moskauer Patriarch.
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