
11. Juni 2013 in Chronik
Zwei Theologieprofessoren kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen
Berlin (kath.net/idea) Kann das Internet eine Plattform für religiösen Fundamentalismus sein? Zwei Theologieprofessoren kommen in einer Studie der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW/Berlin) über Fundamentalismus und neue Medien zu unterschiedlichen Ergebnissen. Für Michael Moxter, Professor für Systematische Theologie an der Universität Hamburg, hat das Internet eine Nähe zur fundamentalistischen Frömmigkeit, weil es auf klaren Ja-Nein-Entscheidungen beruhe. Man könne nur für oder gegen etwas sein.
Man könne auf Facebook Gefällt mir klicken oder kommentarlos weitergehen. Da sei für Differenzierungen kein Raum. Im Internet finde sich für jede Form des religiösen Exhibitionismus Platz. Hier könne man Kirchenkitsch und -tratsch verbreiten sowie Phrasen dreschen, die nie dem Härtetest der Realität ausgesetzt waren. Es fehlten der Druck der Öffentlichkeit und das Gewicht der Gegenrede.
Andere Meinungen nur einen Mausklick entfernt
Hans-Joachim Höhn, Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Universität Köln, kommt dagegen zu dem Ergebnis, dass das Internet dem Fundamentalismus entgegenwirken könne, weil die Verlinkung jeden Dirigismus und jede Gängelei verhindere.
Das Internet sei der Ort des großen Sowohl-als-auch. Zu einer Meinung finde man jeweils einen Mausklick weiter eine Meinungsäußerung, die alles anders sieht. Einig sind sich die Professoren darin, dass das Internet Verheißungen religiösen Zuschnitts im Angebot hat.
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