Vatikan: Kirche braucht Priester, aber nur geeignete

9. Juni 2013 in Weltkirche


Kleruspräfekt: Seelsorgerische Engpässe dürfen nicht zu einer übereilten Zulassung zum Weiheamt führen.


Vatikanstadt (kath.net/KNA) Der Vatikan mahnt eine sorgfältigere Auswahl von Priesteramtskandidaten an. Seelsorgerische Engpässe dürften nicht zu einer übereilten Zulassung zum Weiheamt führen, heißt es in einem Schreiben des Präfekten der vatikanischen Kleruskongregation, Kardinal Mauro Piacenza.

Die Kirche brauche Priester, «aber nicht jede Art von Priestern». In Zweifelsfällen sei es besser, sich ausreichend Zeit für eine eingehende Begutachtung zu nehmen und gegebenenfalls auch Bewerber abzulehnen, schreibt Piacenza in dem von Radio Vatikan veröffentlichten Brief an Seminaristen in aller Welt.

Anlass des Briefes ist der Weltgebetstag für die Heiligung der Priester, den die katholische Kirche am Freitag beging. Im Zuge des Missbrauchsskandals hatten Kritiker den Vorwurf erhoben, dass angesichts eines Mangels an Priesterberufungen in vielen europäischen Ländern die Anforderungen an Kandidaten gesenkt worden seien.

Piacenza forderte zugleich Priester auf, durch ihr eigenes Vorbild gezielt für Berufungen zu werben. Diese könnten nicht einfach durch eine PR-Kampagne «produziert» werden. Vielmehr sollten die Priester selbst durch ein vorbildhaftes und überzeugendes Wirken junge Männer zum Nachdenken über eine geistliche Berufung bringen.

Zudem müsse die katholische Kirche insgesamt Berufungen fördern, indem sie Wert und Unverzichtbarkeit des Priesteramtes herausstelle, so der Kardinal. Es gelte jedoch stets zu berücksichtigen, dass Berufungen letztlich nicht durch kirchliche Strategie, sondern durch Gott bewirkt würden.

Piacenza ist für einen großen Teil der insgesamt mehr als 400.000 Priester der katholischen Weltkirche zuständig.

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