Ein bizarrer Kulturkampf gegen die römisch-katholische Kirche

3. Juni 2013 in Schweiz


Bistum Chur wehrt sich weiterhin gegen die Einmischung des Kantons Zürich in kircheninterne Angelegenheiten: "Kirchgemeinden" sowie die "Römisch-katholische Körperschaft des Kantons Zürich" sind nicht Teil der römisch-katholischen Kirche


Chur (kath.net)
Vitus Huonder, der Bischof von Chur, möchte Klarheit darüber, wie die Gesamtregierung des Kantons Zürich zu den umstrittenen Aussagen des Justizdirektors Martin Graf vom 31. Mai 2013 steht - kath.net hat berichtet. Eine entsprechende Anfrage habe man der Regierung zukommen lassen, wie das Bistum am Montag gegenüber kath.net mitteilte.

Bischof Huonder hoffe darin auf eine öffentliche Distanznahme der Regierung sowie auf eine Entschuldigung von Martin Graf. Das Bistum stellte nochmals mit Nachdruck fest, dass Grundrechte keinen Forderungskatalog für Regierungsvertreter darstellen, um Religionsgemeinschaften die eigene Weltanschauung aufzuzwingen.

Wörtlich heißt es in einer Erklärung: "Grundrechte sind Schutzrechte des einzelnen Bürgers sowie von gesellschaftlichen Gruppen gegenüber dem Staat, der das Gewaltmonopol besitzt. Die katholische Kirche beruft sich weltweit und auch im Kanton Zürich auf das Grundrecht der Religionsfreiheit, um ihre Lehre zu verkündigen. Die Aussagen des Zürcher Justizdirektors bedeuten, ihr dieses Recht teilweise vorenthalten zu wollen: sie laufen darauf hinaus, der römisch-katholischen Kirche das Existenzrecht gemäss eigenem Selbstverständnis abzusprechen".

Eine besondere Betroffenheit ist für das Bistum Chur in diesem Fall auch deshalb gegeben, weil der Kanton Zürich durch seine Gesetzgebung die römisch-katholische Kirche gemäß deren Selbstverständnis bis heute nicht anerkennt (Weltkirche, Bistum, Pfarreien). Auch werden deren Repräsentanten, der Bischof von Chur und der Papst, als offizielles Gegenüber ignoriert.

Stattdessen organisiert laut der Pressemitteilung der Kanton Zürich die in ihm wohnenden Katholikinnen und Katholiken seit 50 Jahren in Institutionen, die er selber geschaffen hat. Diese seien aber nicht Teil der römisch-katholischen Kirche und stehen auch strukturell im Widerspruch zum Wesen der Kirche (sogenannte “Kirchgemeinden” sowie die “Römisch-katholische Körperschaft des Kantons Zürich”).

"Das Ignorieren der eigentlichen katholischen Kirche und ihrer offiziellen Vertreter kontrastiert dann umso stärker mit der Tatsache, dass deren Existenz der Zürcher Regierung durchaus bekannt ist: sobald es darum geht, sie oder die offizielle katholische Glaubenslehre öffentlich zu kritisieren. Die europäische Geschichte seit dem Dreissigjährigen Krieg lehrt, dass die Verletzung der Religionsfreiheit den religiösen Frieden gefährdet und großes Unheil verursachen kann. In diesem Sinn braucht es nun dringend neue Wege der Begegung und des Respekts", so das Bistum Chur.




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