
30. Mai 2013 in Österreich
Der neue Blick Jesu auf die Kinder hat zahllose Menschen ermutigt, sich für Kinder einzusetzen. Bsp. für Straßenkinder, gegen Kinderarbeit, für Schwangere in Not oder hungernde Kinder, aber auch für die Ablehnung des geplanten Adoptionsgesetz
Wien (kath.net/pew) Bei der Predigt am Michaelerplatz im Verlauf der Fronleichnamsprozession sprach der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph heute darüber, dass die Einstellung Jesu zu den Kindern die Einstellung der Welt zu den Kindern verändert hat. Ausgehend von dem im Evangelium genannten kleinen Knaben mit fünf Broten und zwei Fischen, aus denen dann die Menge gespeist wurde, sagte der Kardinal in seiner Predigt: Kinder würden durch diesen Einstellungswandel heute nicht mehr als unfertige Menschen betrachtet, mit dem Fehler, noch klein zu sein, sondern als etwas Kostbares. Zahllose Menschen habe der neue Blick Jesu auf die Kinder ermutigt, sich für Kinder einzusetzen.
Konkret nannte Schönborn den Kampf gegen Kinderarbeit, den Einsatz für Straßenkinder und gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten, oder auch die Aktion Marys Meals, die heute täglich Hunderttausende Kinder in Hungergebieten zu essen gibt, oder den von Kardinal König gegründeten Hilfsfonds für Schwangere in Not. Wenn die Kirche die christliche Sicht auf den Menschen, auf das Kind, verteidige, sei sie also keine Neinsagerin, sondern sage vor allem ja: Ja zum Leben und Ja zur Schönheit des Lebens.
So sei es auch, wenn die Kirche die Stimme gegen das von der Bundesregierung geplante neue Adoptionsgesetz erhebe (das vorsieht, dass ein Adoptivvater an die Stelle der leiblichen Mutter bzw. eine Adoptivmutter an die Stelle des leiblichen Vaters treten kann, wodurch ein Kind dann z.B. zwei Väter, aber keine Mutter mehr hätte): Es gehe, so Kardinal Schönborn, nicht um ein Nein, sondern um ein Ja zum Kind, das Vater und Mutter braucht.
Schönborn warnte vor einer Verzweckung des Kindes, bei aller Berechtigung des Kinderwunsches an sich: Wir haben nicht ein Recht auf Kinder, sondern wir müssen die Rechte der Kinder achten! Auch in ganz komplexen Familien- und Beziehungsverhältnissen geschehe viel Gutes, das Anerkennung verdient und Dank für alle Großherzigkeit. Aber, so Kardinal Schönborn weiter, diese komplexen Situationen dürfen uns nicht daran hindern, den Leitstern vor Augen zu haben: das Wohl des Kindes, das Vater und Mutter braucht, und dem Vater und Mutter das Leben gegeben haben.
Weiters unterstützte Kardinal Schönborn die erste Gesamteuropäische Bürgerinitiative One of Us, (die die Achtung des Lebens von Anfang an zum Ziel hat und erreichen möchte, dass die EU nichts finanziert, was die Tötung von Embryonen zur Voraussetzung oder Folge hat, wie zum Beispiel die embryonale Stammzellenforschung). Kardinal Schönborn in seiner Predigt: Eine wunderbare Initiative! One of Us: Jedes Kind ist eines von uns, und wir sind seine Geschwister ob erwachsen oder Kind.
Kardinal Schönborn (c) Erzdiözese Wien
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