Forscher: Protestanten nicht mehr gebildeter als Katholiken

29. Mai 2013 in Chronik


Protestantische Gebiete waren einer Studie des Münchner Bildungsforschers Ludger Wößmann zufolge in der zweiten Hälfe des 19. Jahrhundert wirtschaftlich deutlich erfolgreicher als katholische


München (kath.net/KNA) Protestanten verfügen nach Einschätzung eines Bildungsforschers nicht mehr über eine durchschnittlich höhere Bildung als Katholiken. Protestantische Gebiete waren einer Studie des Münchner Bildungsforschers Ludger Wößmann zufolge in der zweiten Hälfe des 19. Jahrhundert wirtschaftlich deutlich erfolgreicher als katholische. Auch die Alphabetisierungs- und Einschulungsquote sei bei den Evangelischen sehr viel höher gewesen, sagte Wößmann der «Süddeutschen Zeitung» (Freitag). Den Unterschied habe jedoch die Bildung ausgemacht, nicht die Religion oder die Ethik an sich: «Ich denke aber, der Unterschied von Protestanten und Katholiken ist dabei, nun zu verschwinden.»

Zugleich verwies Wößmann auf die These von Max Weber (1864 bis 1920), wonach die Protestanten aufgrund ihrer Ethik erfolgreicher seien. Weber habe damals vermutet, dass die Evangelischen mehr und fleißiger arbeiteten. Die Forscher heute hätten jedoch ihre Vermutung bestätigt gefunden, dass dies eher an der Bildung als an der Ethik gelegen habe. Der Bildungsforscher erinnerte in diesem Zusammenhang an den Reformator Martin Luther (1483 bis 1546). Zu seinen Lebzeiten habe dieser «viele Fürsten aufgefordert, mehr Schulen zu bauen und dort Jungs und Mädchen zu unterrichten, damit sie die Bibel lesen können».

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