
27. Mai 2013 in Deutschland
EKD-Präses: Es wurden offenkundig Grenzen überschritten - Bekennender und verurteilter Pädophiler wurde 1985 Koordinator der grünen Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle
Berlin/Hamburg (kath.net/idea) Die Präses der EKD-Synode und Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen bei der Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, hat sich kritisch über den Umgang ihrer Partei mit Pädophilie geäußert. In den achtziger Jahren seien offenkundig Grenzen überschritten worden, die man nie hätte überschreiten dürfen, sagte sie der Wochenzeitung Welt am Sonntag (Berlin).
Nach Ansicht der in der DDR aufgewachsenen Politikerin sind die unsäglichen Debatten und inakzeptablen Positionspapiere sehr schwer zu verstehen. Allerdings werde nach ihrer Kenntnis nichts vertuscht oder relativiert. Göring-Eckardt lässt ihr kirchliches Amt bis zur Bundestagswahl am 22. September ruhen.
Warum erinnert sich niemand an Dieter Ullmann?
Dagegen kritisiert das Nachrichtenmagazin Der Spiegel (Hamburg), dass sich führende Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen heute nicht daran erinnerten, dass in den achtziger Jahren mit Dieter F. Ullmann ein bekennender und verurteilter Pädophiler bei den Grünen für einvernehmlichen Sex mit Kindern geworben habe. Er sei ebenso wie die Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wieland, Renate Künast und Hans-Christian Ströbele Mitglied der Berliner Alternativen Liste gewesen, die von 1980 bis 1993 als Berliner Landesverband der Grünen fungierte.
Auch der damalige schwulenpolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck - heute Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion erinnere sich nur noch vage an einen aus der Pädo-Gruppe, schreibt der Spiegel.
Ullmann sei der Kopf der Pädophilenbewegung bei den Grünen gewesen: Laut Spiegel wurde er 1985 Koordinator der grünen Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle; er sprach mit der Fraktion und der Partei; er verschickte Briefe an sie mit Bildern nackter Jungen. Ullmann habe alles dafür getan, um in Erinnerung zu bleiben, so das Nachrichtenmagazin.
Angesichts des großen Vergessens vermutet die Autorin Ann-Katrin Müller, dass es der Parteienforscher Prof. Franz Walter (Göttingen) schwer haben werde, mögliche Einflüsse Pädophiler in der grünen Partei zu untersuchen.
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