
25. Mai 2013 in Chronik
Laut Medienberichten hatte ein 40 Jahre alter Muslim das Mädchen Mitte Februar in seinem Auto vergewaltigt und sein Opfer später nach dem islamischen Religionsrecht geheiratet
Kuala Lumpur (kath.net/KNA) Die Verheiratung einer 13-Jährigen mit ihrem Vergewaltiger in Malaysia weckt Kritik bei der Regionalregierung und islamischen Rechtsgelehrten. Jainab Ahmad, Sozialministerin im Bundesstaat Sabah, verlangte am Mittwoch, das Sozialamt solle das Mädchen unter seinen Schutz nehmen und die Eheschließung rechtlich anfechten. Als Mutter sei sie «sehr verwundert», dass der Vater des Mädchens der Heirat zugestimmt habe.
Die malaysische Vereinigung der Scharia-Anwälte erklärte laut der Tageszeitung «The Star» (Mittwoch), nach islamischem Recht könne eine Vergewaltigung nicht durch eine Eheschließung nachträglich legitimiert werden. Sie forderten islamische Rechtsinstitutionen auf, gegen den Vergewaltiger vorzugehen.
Laut Medienberichten hatte ein 40 Jahre alter Muslim das Mädchen Mitte Februar in seinem Auto vergewaltigt und sein Opfer später nach dem islamischen Religionsrecht geheiratet. Dem Vater des Mädchens soll er eine Entschädigung von umgerechnet 1.280,00 Euro gezahlt haben.
Seit der Eheschließung forderten die Anwälte des Mannes, Ermittlungen gegen den Vergewaltiger einzustellen. Sie argumentierten, durch die Trauung sei der Vergewaltigungsvorwurf hinfällig. Die Staatsanwaltschaft signalisierte zunächst Bereitschaft zur Zustimmung. Am Mittwoch gab Generalstaatsanwalt Gani Patil jedoch laut Medienberichten bekannt, er wolle den Vergewaltiger anklagen.
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