Orthodoxer Patriarch: Sorge über Syrien und Arabischen Frühling

17. Mai 2013 in Aktuelles


Patriarch Bartholomaios I. "Religiöse Gewalt, Hass und fehlende Toleranz gegenüber Christen dominieren weiterhin in den Ländern der Revolution" - Das Christentum besitze seine ältesten und verwundbarsten Heiligtümer im Nahen Osten


Mailand (kath.net/KAP) In einem Gastbeitrag für die Mailänder katholische Tageszeitung "Avvenire" schreibt Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel (Foto), er sei besorgt über die Situation der Christen in den Ländern des "Arabischen Frühlings", denn "religiöse Gewalt, Hass und fehlende Toleranz gegenüber Christen dominieren weiterhin in den Ländern der Revolution". Vor allem in Syrien würden Christen aller Konfessionen täglich von Mord und Entführungen bedroht, obwohl sie sich im Bürgerkrieg neutral verhielten und nur in Ruhe leben wollten. Bartholomaios I., Oberhaupt der Weltorthodoxie, nimmt derzeit in Mailand an der Feier des Kaiser-Konstantin-Jubiläumsjahres teil.

Das Christentum besitze seine ältesten und verwundbarsten Heiligtümer im Nahen Osten, hob Bartholomaios I. hervor. Dort sei die christliche Tradition tief in der Bevölkerung verwurzelt. Doch würden die Gläubigen inzwischen verfolgt, "nur weil sie Christen sind", beklagte der Patriarch von Konstantinopel.

Zugleich wandte er sich gegen die These von einem "Kampf der Kulturen". Christliche und islamische Herrscher hätten in der Geschichte immer wieder ein Verhalten gezeigt, das der Bibel und dem Koran widerspreche. Doch nun sei es Zeit, die religiösen Gegensätze abzubauen und in einen "ernsthaften Dialog des guten Willens" einzutreten. Dabei müsse der Blick auf Gottes Wille gerichtet bleiben, der den Menschen die Freiheit geschenkt habe, selbst über ihren Glauben zu entscheiden. Im Gedenkjahr der epochalen Wende des Jahres 313 herrsche weltweit religiöse Verfolgung, so Bartholomaios I. im "Avvenire". Dagegen erhebe er vor der internationalen Gemeinschaft Protest.

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