
23. April 2013 in Österreich
Grazer Bischof in Predigt bei Priesterwallfahrt nach Pöllauberg: Für Kirche gilt trotz vieler Prüfungen Hölderlins Wort "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch"
Graz (kath.net/KAP) Die schwierige und zugleich Hoffnung weckende Lage der katholischen Kirche in Österreich und vergleichbaren anderen Ländern hat der Grazer Bischof Egon Kapellari (Foto) bei der Wallfahrt steirischer Priester nach Pöllauberg angesprochen. Besonders in den letzten Jahren habe die Kirche "einen Weg sozusagen durch Feuer und Wasser gehen" müssen. "Dabei wurde vieles zerstört, aber es wurde dabei auch viel Gold aus dem Erz herausgeschmolzen", so der Grazer Bischof in seiner Predigt am Montag in der oststeirischen Wallfahrtskirche. Wer zuletzt die ganze bunte Wirklichkeit der Kirche mit ihren Stärken und Schwächen, mit ihrer Heiligkeit und ihren Sünden im Blick zu haben versuchte, konnte "ein großes Wort Hölderlins bestätigt finden", wies Kapellari hin: "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch."
Der Bischof nannte das Kreuz Jesu Christi als jene Mitte der Kirche, von wo aus Spannungen überwunden, gemildert oder ohne Aggression oder Depression ausgehalten werden könnten. "Von dieser Mitte aus kann man auch Menschen an den einander oft fremd oder auch aggressiv gegenüberstehenden Flügeln der Kirche einladen, voneinander zu lernen", betonte Bischof Kapellari. Diese Mitte gelte es auch zu stärken, um sich von hier aus "auch suchenden, hoffenden und auch von sich radikal entfremdeten Menschen zuzuwenden und ihnen nachgehend und einladend zu begegnen".
In seiner Predigt vor dem steirischen Klerus erinnerte der Bischof auch an die besondere Berufung der Priester: Zwar sei jeder Gottesfreund - ob Mann oder Frau - ein von Gott berufener Mensch. Die besondere Berufung zum Propheten, Apostel oder Priester stelle die anderen Berufenen "nicht in den Schatten, nimmt aber den Propheten, den Apostel und den Priester auf besondere Weise in den Dienst für Gott und für die Menschen". Priester hätten einen solchen Dienst anvertraut bekommen "als Gnade und manchmal auch als Last". Wer die Spannung zwischen dem Stehen inmitten einer Gemeinde und einem Stehen ihr gegenüber annehme und zu immer größerer Reife bringe, werde zum Segen für viele und auch für sich selbst.
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