
2. April 2013 in Chronik
Der Dortmunder Theologieprofessor Thomas Pola ist sicher, Pnuel eindeutig auf einem Berg zirka acht Kilometer östlich der Jabbok-Mündung lokalisieren zu können
Dortmund (kath.net/idea) Ausgrabungen im Nahen Osten bestätigen immer wieder, dass das Alte Testament als historische Quelle vertrauenswürdig ist. Zu den neueren Beispielen gehört eine Entdeckung im jordanischen Jabboktal. Im ersten Buch der Könige (Kapitel 12,Vers 25) wird beschrieben, dass König Jerobeam I., der von 926 v. Chr. bis zu seinem Tod 907 v. Chr. das jüdische Nordreich regierte, dort die Festung Pnuel als seine vorübergehende Residenz ausgebaut oder errichtet hat. Pnuel sollte an einer Furt des Flusses Jabbok liegen. Der ganzjährig Wasser führende Fluss mündet auf halber Strecke zwischen dem See Genezareth und dem Toten Meer in den Jordan. Aufgrund der Angaben hielt man bisher zwei Orte für möglich.
Jetzt ist sich der Dortmunder Theologieprofessor Thomas Pola sicher, Pnuel eindeutig auf einem Berg zirka acht Kilometer östlich der Jabbok-Mündung lokalisieren zu können. Mit einem Team von Archäologen und Studenten führte er dort gemeinsam mit der jordanischen Antikenbehörde bereits sechs Mal Grabungen durch. Dabei entdeckte er unter den Trümmern einer hellenistischen Palastanlage aus dem 2. vorchristlichen Jahrhundert Reste aus der Eisenzeit (um 1000-900 v.Chr). Besonders wichtig sind die in späteren Mauern verbauten Bruchstücke von Ritzzeichnungen. Die bisher für den altsyrischen Raum einmaligen Funde weisen in die Königszeit (vgl. Hes 8,10; 1.Kön 6,26-36).
Die dargestellte Kultszene (Frau oder Kind hinter einer Ziege) könnte ein Hinweis auf die Existenz eines eisenzeitlichen Heiligtums sein. Eine siebente Grabungskampagne im August soll weitere Klarheit bringen.
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