
12. März 2013 in Weltkirche
Tausende Christen und muslimische Aktivisten demonstrierten gegen Brandanschläge in Lahore - Schulen blieben am Montag geschlossen - Auch der Vorsitzende der Pakistanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Coutts, demonstrierte mit
Lahore (kath.net/KAP) Nachdem am Samstag im pakistanischen Lahore 178 Häuser im christlichen Viertel Joseph Colony wegen Blasphemievorwürfen von einer aufgebrachten Menschenmenge angezündet wurden, haben Christen und muslimische Menschenrechtsaktivisten zum Prostest aufgerufen. In Faisalabad besetzten am Sonntag tausende Menschen die Hauptstraße der Stadt, berichtet die Nachrichtenagentur asianews. Obwohl die Protestkundgebung friedlich verliefen, setzten die Polizisten Tränengas gegen die Demonstranten ein und verhaftete hunderte Christen, so die vatikanische Nachrichtenagentur fides. Die Kundgebung sei nicht genehmigt gewesen, hieß es vonseiten der Polizei dazu.
Die Situation im Land bleibt nach den Übergriffen am Samstag angespannt. In Islamabad kam es erneut vereinzelt zu Attacken auf Christen, Häuser wurden aber keine angezündet. Am Montag blieben als Zeichen des Respekts alle christlichen Schulen geschlossen. Bei den Protesten am Sonntag nahm die Polizei nicht nur hunderte Christen fest sondern verletzte auch zwei Jugendliche. Unter den Teilnehmern der Protestkundgebung befand sich auch der Vorsitzende der Pakistanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Coutts (Foto) von Karachi.
Unterdessen werden Vorwürfe laut, die Polizei habe im Vorfeld von den Attacken gewusst. Zwölf Stunden bevor es zu den Brandanschlägen kam, hätten Polizisten die Christen der Josephs Colony bereits angehalten, ihre Häuser zu räumen, so die muslimische Menschenrechtsaktivistin Ameena Zaman.
"Was hier passiert ist, zeigt, dass unsere Führer religiöse Minderheiten nicht als gleichberechtigte Staatsbürger Pakistans ansieht", so der muslimische Aktivist Zaman Khan.
Hintergrund der Ausschreitungen in Lahore war ein Streit zwischen zwei betrunkenen Freunden, bei dem einer der beiden den Propheten Mohammed beleidigt haben soll, so die Polizei. Rund 3.000 Muslime beteiligten sich laut Polizei an den Verwüstungen, 150 Personen wurden in Lahore festgenommen.
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