Pakistan: Muslime setzen Häuser von Christen in Brand

12. März 2013 in Weltkirche


Grund: Ein Christ soll sich abfällig über den Propheten Mohammed geäußert haben


Lahore (kath.net/idea) Eine aufgebrachte Menschenmenge hat im pakistanischen Lahore mindestens 40 Häuser von Christen in Brand gesetzt. Der Grund: Ein Muslim hatte einem 28-jährigen Christen vorgeworfen, sich häufiger beleidigend über den Propheten Mohammed geäußert zu haben.

Einem Bericht von Spiegel-Online (Hamburg) zufolge gibt es dafür allerdings keine Beweise.

Nachdem der junge Mann am 7. März erneut etwas Abfälliges über den Propheten gesagt haben soll, wollte ihm ein aufgebrachter Muslim zusammen mit einigen Freunden einen Denkzettel erteilen, heißt es in dem Bericht. Auf dem Weg zum Haus des Christen in einer ärmlichen Siedlung, in der etwa 150 christliche Familien leben, hätten sich immer mehr Menschen dem Mob angeschlossen. Vor allem aus einer nahegelegenen Moschee seien junge Männer herbeigeströmt. Als sie feststellten, dass der Gesuchte nicht zuhause ist, hätten sie zunächst Steine geworfen und auf dessen Vater eingeschlagen. Schließlich hätten einige der Randalierer das Haus angezündet. Daraufhin seien mehrere hundert Bewohner der Siedlung geflüchtet aus Angst, Opfer von Selbstjustiz zu werden, die häufig auf solche Blasphemievorwürfe folgt.

Der aufgebrachte Mob – die Polizei sprach von rund 3.000 Beteiligten – habe sich auch dann nicht beruhigen lassen, als Polizisten den gesuchten 28-Jährigen schließlich verhafteten – zu seinem eigenen Schutz, wie es hieß. Plünderer seien in mehrere Häuser eingedrungen, hätten Möbel auf die Straßen gezerrt und sie neben Fahrrädern, Rikschas und Autos angezündet. Mindestens 40 Häuser seien den Flammen zum Opfer gefallen.

Justizminister: Christen werden entschädigt

Pakistans Präsident Asif Ali Zardari zeigte sich schockiert über den Vorfall. Er ordnete an, dass Ordnungskräfte für die Sicherheit der Menschen in der Siedlung sorgen sollen. Der Schutz der Rechte aller Bürger, ob Muslime oder nicht, sei die „Hauptaufgabe der Regierung“, ließ er am 9. März verbreiten. Die Regierung werde „dieses in der pakistanischen Verfassung verankerte Recht“ verteidigen.

Der Justizminister der Provinz Punjab sagte, es gebe „überhaupt keinen Grund für Gewalt, zumal der Beschuldigte festgenommen worden“ sei. Gegen die Gewalttäter werde Klage wegen Vandalismus erhoben. Außerdem versprach er, die Christen, die ihr Hab und Gut verloren hätten, würden „innerhalb von fünf Tagen“ von der Regierung entschädigt. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen.


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