
10. März 2013 in Chronik
Idee zweier Komiker: In London treffen sich jeden Monat Gottesleugner in einer früheren Kirche zu atheistischem Gottesdienst, um Gemeinschaft zu erleben, und wollen das weltweit verbreiten
London (kath.net/idea) Anfang des Jahres trafen sich in London rund 200 Gottesleugner, um in einer früheren Kirche im Stadtteil Islington den ersten atheistischen "Gottesdienst" ("service") zu feiern. Jetzt planen sie, dieses Modell in aller Welt zu etablieren. Das berichtet die Christian Post (Washington). Grund dafür seien die zahlreichen positiven Rückmeldungen von Menschen, die davon gehört hätten und so etwas bei sich vor Ort nun auch machen wollten.
Die Idee stammt von den zwei Londoner Komikern Sanderson Jones und Pippa Evans: Es wäre schade, wenn wir nicht das Gute an der Religion genießen könnten, etwa den Gemeinschaftssinn. Jeden ersten Sonntag im Monat gibt es in der britischen Hauptstadt nun eine Art Ersatz für den christlichen Gottesdienst verpackt in Impulsreferate, Unterhaltung und Musik.
Wie Jones in einer Videobotschaft erklärte, wird seine Kirche Menschen, die etwas Vergleichbares in ihrer Umgebung starten wollten, unter anderem mit Videos und anderem Material unterstützen. Lieder und Lesungen auszusuchen bzw. Redner einzuladen bleibe jedoch den Gemeinschaften selbst überlassen. Zu Ostern soll der erste atheistische Gottesdienst in Glasgow stattfinden.
Theologe: Diese Bewegung ist gefährlich
In christlichen Kreisen stößt die Bewegung auf ein geteiltes Echo. Der Präsident und Gründer des Zentrums für christliche Apologie und Forschung, Matt Slick, hält sie für gefährlich: Atheismus sei die ultimative Leugnung Gottes. Der Teufel versucht durch diese Bewegung die christliche Kirche zu ersetzen, erklärte er. Seine Sorge sei, dass sich Bewegungen dieser Art aus allen Teilen der Welt zusammentun könnten und dann ein starker Gegenpart zum Christentum wären. Die Pfarrer rief Slick dazu auf, nicht länger ein Wohlfühl-Evangelium zu predigen, sondern wahre christliche Theologie.
Der katholische Priester Saviour Grech (London) hingegen hält atheistische Gottesdienste eher für einen Witz: Das ist ein Widerspruch in sich selbst. Zu wem wollen die denn singen?
Auch der prominenteste britische Atheist, der Evolutionsbiologe Prof. Richard Dawkins (Oxford) hält das Ganze für absurd: Atheisten brauchen keine Tempel.
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