
25. Februar 2013 in Deutschland
Regierungspräsident: Atheisten sollten christliche Feiertagen respektieren - Wer hingegen die Feiertagsruhe missachten und unbedingt tanzen wolle, könne auch arbeiten.
Gießen (kath.net/idea) Im Kampf gegen die zunehmende Öffnung von Geschäften an Sonntagen engagieren sich die Gewerkschaften mehr als die Kirchen. Dieser Meinung ist der für Mittelhessen zuständige Regierungspräsident Lars Witteck (Gießen/CDU). Wie er bei einem Studientag der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) der Region Gießen-Wetzlar in Pohlheim sagte, nehme der Druck auf seine Behörde durch die Geschäftswelt zu. Mit den abstrusesten Gründen versuche der Handel, seine Geschäfte zusätzlich auch an Sonntagen zu öffnen. Doch 80 Prozent solcher Anträge würden abgelehnt. Das Treffen stand unter dem Motto Wem gehören die (christlichen) Feiertage? Witteck machte deutlich, dass er sich ein stärkeres kirchliches Engagement für den Sonntagsschutz wünscht.
Wer tanzen kann, kann auch arbeiten
Atheisten und Andersgläubige rief der Regierungspräsident auf, den christlichen Feiertagen mit Respekt zu begegnen. Dies gelte etwa auch für das Verbot von Tanzveranstaltungen an den stillen Feiertagen, etwa Karfreitag. Diese sollten nach der hessischen Verfassung als Abkehr vom Alltag begriffen werden und Zeit zum Innehalten bieten. Im vergangenen Jahr hatte die Piratenpartei zu einer öffentlichen Tanzveranstaltung in Gießen unter dem Motto Kommet und tanzet zuhauf aufgerufen, um gegen den Feiertagsschutz zu protestieren. Doch das Regierungspräsidium Gießen untersagte die Veranstaltung. Selbst wer kein Christ ist, darf sich an einem Feiertag freuen, frei haben zu dürfen, sagte Witteck. Wer hingegen die Feiertagsruhe missachten und unbedingt tanzen wolle, könne auch arbeiten.
© 2013 www.kath.net