Papstbruder Georg Ratzinger: Mein Bruder trägt weiter Weiß

19. Februar 2013 in Aktuelles


Georg Ratzinger vermutet, dass Papst Benedikt nach dem Amtsverzicht kein anderes Gewand anziehen wird. In gewisser Weise gelte «einmal Papst ist immer Papst».


Passau (kath.net/KNA) Papstbruder Georg Ratzinger (89) geht davon aus, dass Benedikt XVI. nach seinem Amtsverzicht kein anderes Gewand anziehen wird. «Er bleibt sicher bei seinem weißen Talar, den wird er nicht mehr ablegen», sagte der frühere Regensburger Domkapellmeister der «Passauer Neuen Presse» (Dienstag). Eine einfache schwarze Priesterkleidung komme nicht infrage. In gewisser Weise gelte «einmal Papst ist immer Papst», so Ratzinger.

Georg Ratzinger glaubt auch nicht, dass sein Bruder wieder seinen bürgerlichen Namen annimmt. Am Sonntag beim gemeinsamen Gespräch habe der Papst indes «es selber noch nicht gewusst», wie er sich künftig nennen lassen werde. Darum müssten sich jetzt auch die Juristen kümmern. «Sie müssen dafür sorgen, dass zum einen nicht einfach die Vergangenheit - also das jetzige Pontifikat - ignoriert wird, dass aber andererseits keine Einschränkung für den künftigen, aktuellen Papst gegeben ist.»

Ratzinger erklärte, er könne sich vorstellen, dass sein Bruder weiter den Papstnamen Benedikt tragen werde, nicht aber den Titel «Heiliger Vater». Kardinal werde er nicht mehr sein, «das ist vorbei», meinte er. Auf den Umgang der Geschwister untereinander hat dies keinen Einfluss. «Wir persönlich sprechen uns nach wie vor beim Taufnamen an.»

Dass der Papst nach seinem Rücktritt noch einmal in seine bayerische Heimat reisen könnte, hält sein Bruder für unwahrscheinlich. «Allein schon deshalb, wie ich vermute, weil er ja doch weiter als Papst Benedikt XVI. wahrgenommen wird.» Ein solcher Besuch wäre mit zu großen Problemen verbunden. Sein Bruder werde zwar nicht gezwungen sein, seinen Rückzugsort im vatikanischen Kloster «Mater Ecclesiae» nicht mehr zu verlassen. Er werde aber «schon von sich aus nicht das Bedürfnis haben, sich weit weg zu bewegen».

Zur künftigen finanziellen Ausstattung des zurückgetretenen Papstes meinte sein Bruder: «Da weiß ich überhaupt nichts. Aber man kann ihn ja nicht verhungern lassen.» Er habe keine Einkünfte, die Pensionsansprüche aus seiner Professorentätigkeit in Deutschland seien mit Joseph Ratzingers Ernennung zum Münchner Erzbischof 1977 hinfällig geworden. «Es wird wohl alles so weiterlaufen wie bisher - dass er seinen Haushalt hat und sein Aufwand beglichen wird.»

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