
1. Februar 2013 in Österreich
Grazer Weihbischof zur Schi-WM in Schladming: Wer im Glauben nur Rechts- oder nur Linkskurven fährt, dreht sich im Kreis - "Tief in meinem Inneren Präferenzen für die älteren Schistars"
Graz (kath.net/KAP) "Viele Gemeinsamkeiten" zwischen Schifahren und Glauben ortet der Grazer Weihbischof Franz Lackner (Foto), der in der Österreichischen Bischofskonferenz für Sport zuständig ist. "Der Glaubensweg lässt sich klassisch mit einem Slalom vergleichen. In beiden Fällen braucht es ein großes Maß an Dynamik und innerer Flexibilität", erklärte Lackner anlässlich der am 4. Februar beginnenden Schi-Weltmeisterschaft in Schladming. Auch die "Mausefalle" auf der Kitzbühler Streifabfahrt biete sich für einen Vergleich an: Der Schifahrer könne dort im Moment des Abhebens nicht sehen, wo er landen wird. Auch der Glaube kenne diese "Dimension des Wagnisses und den Absprung ins Ungewisse", so der "Sport-Bischof" in einem Interview für die Webseite der Diözese Graz-Seckau.
Bei Slalomläufern sei es interessant zu beobachten, wie sie sich auf das Rennen vorbereiten und den Kurs mit seinen Links- und Rechtskurven internalisieren. "Mir scheint, unter den Glaubenden gibt es in unseren Tagen viele, die wunderbar Rechtskurven schaffen, aber nur rechte. Und es gibt die anderen, die Meister sind, ausschließlich Linkskurven zu fahren", so Lackner. "Beide merken indessen nicht, dass sie sich eigentlich im Kreis bewegen und nicht vorwärts kommen." Für den Glaubensakt sei die Ausrichtung in zweierlei Richtungen wichtig: "himmelwärts" und "erdwärts". Beides ist nach den Worten des Grazer Weihbischofs, der früher selbst begeisterter Schifahrer war, bedeutsam, um "ins Ziel" zu kommen.
Ihn berühre es, wenn manche Schifahrer kurz vor dem Start ein schnelles Kreuzzeichen machen. Als Sportbischof und im Namen der Kirche wolle er auch über die gesamte Schi-WM in Schladming ein großes Kreuz- und Segenszeichen machen "und wünsche allen Sportlerinnen und Sportlern einen fairen Wettkampf und viel Erfolg!".
"Mitfiebern" mit Benni Raich
Schirennen verfolge er selbst immer wieder "mit großer Begeisterung" und er war auch beim Nachtrennen auf der Schladminger Planai schon live dabei, berichtete Lackner. "Dabei entdecke ich in mir eine nahezu lustvolle Neigung, mit jenen - in, diesem Fall im Blick auf alle österreichischen Schifahrerinnen und Schifahrer - 'mitzufiebern'die sich beinahe in aussichtsloser Position befinden: z. B. wenn sich ein Benjamin Raich, so wie beim Slalomrennen in Kitzbühel am 27. Jänner dieses Jahres vom 25. Platz im 1. Durchgang auf den 5. Platz 'vorgefightet' hat."
Anders als beim Fußball, wo er "öffentlich bekennender SK-Sturm-Fan" sei, sind Lackners Sympathien beim Schisport weniger eindeutig. Er drücke allen österreichischen Schidamen und Schiherren die Daumen. "Tief in meinem Inneren" habe er - "meinem Alter gemäß" - Präferenzen für die älteren Schistars, als früherer "Jugendbischof" dagegen halte er aufstrebenden Talenten die Daumen. Auch die steirischen Athletinnen und Athleten genössen bei ihm einen Bonus, und schlussendlich freue er sich mit den Besten. "Diese konkurrierenden Präferenzen auf einen Nenner zu bringen, ist nicht leicht", sagte der Weihbischof.
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Foto Weihbischof Lackner: © Bistum Graz-Seckau/Christian Jungwirth
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