
31. Jänner 2013 in Aktuelles
Veröffentlicht werden anzügliche Bilder, Beschreibungen und Preise der angebotenen Dienstleistungen sowie Telefonnummern, Namen und Adressen - In Großbritannien wächst deshalb die Sorge um Kinder
London/Wetzlar (kath.net/idea) Prostituierte und sogenannte Begleitagenturen werben in Großbritannien zunehmend in den Sozialen Netzwerken Facebook und Twitter. Veröffentlicht werden anzügliche Bilder, Beschreibungen und Preise der angebotenen Dienstleistungen sowie Telefonnummern, Namen und Adressen. Dadurch wachse die Sorge, dass Minderjährige sittlichen Schaden nehmen könnten, berichtet die Zeitung The Times (London).
Facebook habe Dutzende einschlägige Seiten entfernt, nachdem das Blatt darauf aufmerksam gemacht habe. Es handele sich um klare Regelverstöße, so die Betreiber. Hingegen hätten die Verantwortlichen von Twitter weder Stellung genommen noch gehandelt. Die Polizei, so die Times, schreite nicht ein, weil es sich um Vergehen ohne Opfer handele. Strafrechtler erklärten, die Sexanbieter müssten nur dann mit einer Anzeige rechnen, wenn ihre Darstellungen als obszön wahrgenommen würden. Gleichwohl will sich jetzt ein Unterhausauschuss der Problematik annehmen. Weltweit hat Facebook etwa eine Milliarde Nutzer, die mindestens 13 Jahre alt sein müssen. Doch, so die Times, viele Kinder fänden Wege, die Regeln zu umgehen.
Sex-Werbung auch auf Plakaten und in Zeitungen
Der Internet-Experte und Leiter des Bereichs Content/Contententwicklung von ERF Medien (früher Evangeliums-Rundfunk), Jörg Dechert (Wetzlar), sagte der Nachrichtenagentur idea auf Anfrage, er hoffe zunächst einmal, dass Facebook unerlaubte Seiten entferne und die Altersbeschränkung überwache. Die Nutzer sollten vor allem darauf achten, dass sie nicht unbeabsichtigt persönliche Daten weitergeben. Sex-Werbung sei aber nicht nur im Internet präsent und Kindern zugänglich, sondern auch in althergebrachten Medien, etwa auf Plakatwänden oder in Zeitungsanzeigen. Vor allem seien die Eltern gefragt, ihren Kindern Medienkompetenz zu vermitteln und sie zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Sozialen Netzwerken anzuleiten. Dies sei eine neue Herausforderung für alle Erziehenden.
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