
30. Jänner 2013 in Aktuelles
Kennzeichnung israelischer Waren mit «Westbank, israelisches Siedlungsgebiet» oder «Ostjerusalem, israelisches Siedlungsgebiet» ist umstritten. Israelis kritisieren dies als «rassistisch», Produkte anderer Krisenherde würden nicht gekennzeichnet
Berlin (kath.net/KNA) Die katholische Friedensbewegung Pax Christi hat an die Bundesregierung appelliert, Waren aus israelischen Siedlungsgebieten entsprechend zu kennzeichnen. Auch Deutschland solle hier Klarheit schaffen, erklärte der Sprecher der Pax Christi-Nahostkommission, Manfred Budzinski, am Dienstag in Berlin. Eine solche Kennzeichnung würde es Verbrauchern ermöglichen, im Sinne des kritischen Konsums eine Kaufentscheidung im Einklang mit geltenden Menschenrechts- und Völkerrechtsstandards zu treffen.
Seit 2009 gibt es eine solche Kennzeichnung laut Pax Christi in Großbritannien und seit 2012 in Dänemark und Südafrika. Die Schweizer Einzelhandelskette Migros beginnt damit ab März. Auf den Verpackungen soll dann «Westbank, israelisches Siedlungsgebiet» oder «Ostjerusalem, israelisches Siedlungsgebiet» stehen.
Die Kennzeichnung ist umstritten. Organisationen wie Pax Christi und das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) begrüßen diese Praxis; israelische Vertreter dagegen kritisieren sie als «rassistisch». Produkte anderer Krisenherde würden auch nicht gekennzeichnet. Das American Jewish Committee äußerte sich besorgt über eine «Ausweitung der Boykott-Kampagne gegen Israel».
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