
26. Jänner 2013 in Chronik
Ob Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch annimmt, ist noch unklar.
Warschau (www.kath.net/ KNA)
Wegen eines Autounfalls mit 2,5 Promille hat ein polnisches Gericht den Warschauer Weihbischof Piotr Jarecki (57) zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Warschauer Richter verhängten am Freitag außerdem eine Geldstrafe von umgerechnet rund 600 Euro und ein vierjähriges Fahrverbot, wie polnische Medien meldeten. Das Urteil entspricht den Anträgen der Staatsanwaltschaft und des Bischofs.
Jarecki war im Oktober auf einer vielbefahrenen Straße in Warschau mit seinem Auto gegen einen Laternenmasten gefahren. Es entstand geringer Sachschaden. Unmittelbar nach der Alkoholfahrt hatte Jarecki Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt als Weihbischof angeboten. Eine Entscheidung des Papstes steht noch aus. Zudem trat Jarecki als Vizepräsident der katholischen EU-Bischofskommission COMECE zurück, die als Schnittstelle zwischen katholischer Kirche und EU-Institutionen fungiert.
In einer Erklärung hatte sich der Bischof bei den Gläubigen der Erzdiözese dafür entschuldigt, dass er deren Vertrauen enttäuscht habe. Von seinen Aufgaben im Bistum ließ er sich weitgehend freistellen und trat eine Entziehungskur an.
Auf Alkohol am Steuer stehen in Polen bis zu zwei Jahre Gefängnis; die Alkoholgrenze liegt bei 0,2 Promille. Die Staatsanwaltschaft hatte Jarecki zunächst 160 Stunden gemeinnützige Arbeit und vier Jahre Fahrverbot auferlegen wollen. Ein Gericht lehnte diesen Strafbefehl jedoch Ende Dezember ab und setzte den Prozess an.
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Foto: © Erzbistum Warschau
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