Kulturpolitiker lehnen politisch korrekte Kinderbücher ab

19. Jänner 2013 in Deutschland


Jens Börnsen/CDU zur Forderung, nicht mehr zeitgemäße Wörter zu streichen: viel schädlicher für Kinder sind Gewalt verherrlichende Filme


Saarbrücken (kath.net/KNA) Kulturpolitiker des Bundestages lehnen eine politisch korrekte Überarbeitung von Kinderliteratur ab. Der kulturpolitische Sprecher der Union, Jens Börnsen (CDU), sagte der «Saarbrücker Zeitung» (Freitag), er wende sich gegen das Bestreben einiger Verlage, nicht mehr zeitgemäße Wörter zu streichen. Trotzdem einige Kinderbuchklassiker und Märchen Gewalt verherrlichen, Minderheiten diskriminieren und Vorurteile fördern, wäre es «nicht angebracht, Nachbesserungen vorzunehmen, damit sie unserem Zeitgeist entsprechen», so Börnsen.

Der Kulturpolitiker erklärte weiter, dass Gewalt verherrlichende Filme viel schädlicher für Kinder seien. Eltern sollten daher mit ihren Kindern «pädagogisch motivierte Gespräche» führen, «anstatt politisch korrekte und historisch zensierte Kinderbücher auszuwählen». Auch die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), jetzt Mitglied des Kulturausschusses, sprach sich gegen politisch korrekte Kinderliteratur aus: «Wir fangen ja auch nicht an, Goethe oder Schiller umzuschreiben».

Zu Beginn des Jahres hatte der Thienemann Verlag angekündigt, den Kinderbuch-Klassiker «Die kleine Hexe» von Otfried Preußler ohne diskriminierende Begriffe wie «Negerlein» neu aufzulegen. Andere Klassiker würden folgen, so der Verleger Klaus Willberg. Thienemann folgte damit dem Verlag Friedrich Oetinger aus Hamburg, der Worte wie «Negerkönig» und «Zigeuner» bereits vor vier Jahren aus seinen aktuellen Übersetzungen von «Pippi Langstrumpf» und anderen Büchern von Astrid Lindgren strich.

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