Indien: Kirche fordert wertorientierten Sexualkundeunterricht

16. Jänner 2013 in Weltkirche


Im Aufklärungunterricht dürfe es aber „nicht nur um Kondome und vorehelichen Geschlechtsverkehr oder biologische Aspekte gehen, sondern es müssen der Wert des menschlichen Körpers und die Achtung jedes Menschen im Mittelpunkt stehen.“


Mumbai (kath.net/Fidesdienst) Die katholische Kirche Indiens unterstreicht die Bedeutung eines guten Aufklärungsunterrichts. In der indischen Gesellschaft wird derzeit über die jüngsten Vergewaltigungsfälle debattiert. Der Direktor der Wochenzeitschrift der Erzdiözese Bombay „Examiner", Pfarrer Anthony Charanghat, erläuterte, „es gibt die Auffassung von der Frau als Objekt. Dies gilt vor allem für ländliche Gebiete und geht auf eine seit langem vorherrschende Mentalität zurück. In den Städten gibt es hingegen den Einfluss der Medien, in denen Sex und Gewalt eine große Rolle spielen“.

Der katholische Priester betonte, dass Aufklärungsunterricht „nicht nur als Vorbeugung gegen das Phänomen der Vergewaltigungen“ äußerst wichtig sei. Dabei dürfe es „nicht nur um Kondome und vorehelichen Geschlechtsverkehr oder biologische Aspekte gehen, sondern es müssen der Wert des menschlichen Körpers und die Achtung jedes Menschen im Mittelpunkt stehen.“ Changarat weist darauf hin, dass es in der Diözese Bombay es bereits Aufklärungsprogramme gebe, „die lehren, dass Geschlechtsverkehr auch als Teilnahme am Schöpfungswerk und damit als Geschenk verstanden werden sollte.“

Aufklärungsprogramme, die bereits in einigen katholischen Schulen laufen, seien jetzt Zivilbehörden vorlegt und von diesen positiv gewürdigt worden. Ein Ansatz, „bei dem der Wert der Person im Mittelpunkt steht, wird von weiten Teilen der Gesellschaft und anderen Religionsgemeinschaften befürwortet“. Dabei fördere die Kirche „ein korrektes Verständnis von Bildung auch in diesem Bereich: es sollte zum Beispiel nicht zu Abtreibungen ermutigen werden“.


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