Marx: Ausgangspunkt des Dialogs ist die Feier der Eucharistie

7. Jänner 2013 in Deutschland


Kardinal Reinhard Marx: In einer Zeit, in der der „kämpferische Atheismus" zunehme, treffe dieser „manchmal auf einen etwas müden Gottesglauben, auf ein Bekenntnis, das nicht mehr von Leidenschaft geprägt ist, sondern von Zweifel und Unsicherheit"


München (kath.net/pem) Kardinal Reinhard Marx (Foto) hat die Gläubigen vor einer „langweiligen Gottesidee" und einem „diffusen Gottesglauben" gewarnt. In einer Zeit, in der der „kämpferische Atheismus" zunehme, treffe dieser „manchmal auf einen etwas müden Gottesglauben, auf ein Bekenntnis, das nicht mehr von Leidenschaft geprägt ist, sondern von Zweifel und Unsicherheit", so der Erzbischof von München und Freising in seiner Predigt im Münchner Liebfrauendom am 6. Januar, dem Hochfest der Erscheinung des Herrn: „So flüchtet man sich in ganz allgemeine Vorstellungen von Gott, die im Grunde nichts mehr aussagen als ein paar moralische Impulse, als ein paar schöne Sätze, die eine Religion kennzeichnen, die nichts mehr bewegt, die keine Leidenschaften auslöst, die müde geworden ist."

Die Weihnachtsgeschichte, so der Kardinal weiter, spreche jedoch von einem anderen Gott, „einem Gott, der mit Leidenschaft und Intensität den Menschen sucht, die Begegnung sucht, das Fest sucht". Der Gott, den Christen verehrten, sei kein „allgemeiner Gott, der gesichtslos geworden ist", sagte Marx: „Er hat das Gesicht des Kindes von Bethlehem, das Gesicht des Mannes aus Nazareth." Auch das Zweite Vatikanische Konzil spreche „von der Idee Gottes als eines kommunikativen Gottes, als eines Geheimnisses, das uns personal in Gemeinschaft zieht und zu einem Fest der Begegnung wird".

Das Hochfest der Erscheinung des Herrn könne so auch Hinweis darauf sein, „wie wir als Kirche weitergehen, ins neue Jahr hinein", so Kardinal Marx weiter: „Wir werden Dialoge führen, die wichtig sind, auf der Ebene der Kirche in Deutschland, auch in unserem Bistum, in den Pfarreien. Ohne Gespräch, ohne dass wir miteinander Austausch halten, kann es keinen gemeinsamen Weg geben." Dabei sei der Ausgangspunkt jedoch „nicht ein Problem, nicht irgendein Text, sondern das Fest, die Feier der Eucharistie", so der Erzbischof: „Wenn wir nicht die Prioritäten richtig setzen, dann werden wir auch in all den Bemühungen um Dialog und einen gemeinsamen Weg nicht voranschreiten."

Foto Kardinal Marx: © Erzbistum München


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