Indische Bischöfe prangern Diskriminierung von Frauen an

3. Jänner 2013 in Weltkirche


Kardinal Gracias: Indien brauche endlich Gleichstellung von Mann und Frau - Über neue Gesetze hinaus sei Bewusstseinswandel nötig


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der Vorsitzende der Indischen Bischofskonferenz, Kardinal Oswald Gracias (Foto), hat die fortwährende Diskriminierung von Frauen im Land angeprangert. "Die indische Gesellschaft braucht endlich eine Anerkennung der Gleichstellung von Mann und Frau", sagte Gracias am Montag Radio Vatikan. Neue Gesetze allein reichten hierzu nicht aus. Die Gesellschaft müsse grundsätzlich darüber nachdenken, wie es zu Vergewaltigungen wie jener in Neu-Delhi kommen könne. Es bedürfe eines Bewusstseinswandels, um den verlorenen "Sinn für Ethik, Moral sowie den Respekt vor der Würde des Menschen" wiederzugewinnen, so Gracias. Zugleich verwies der Erzbischof von Bombay auf Initiativen der katholischen Kirche in Indien zur Stärkung der Rechte von Frauen.

Am 16. Dezember war eine 23 Jahre alte Studentin in der indischen Hauptstadt in einem Bus von sechs Männern vergewaltigt und anschließend aus dem Fahrzeug geworfen worden. Das Opfer erlag am Samstagmorgen seinen schweren Verletzungen. Der Fall hatte in Indien landesweit zu Protesten gegen die Unterdrückung von Frauen geführt und weltweit Aufmerksamkeit erregt. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, drückte "tiefes Bedauern" über den Vorfall aus.

Gracias sagte weiter, die Kirche in Indien unternehme "sehr viel", um auf die Diskriminierung von Frauen aufmerksam zu machen. So seien bischöfliche Kommissionen eingerichtet worden, die sich für die Rechte von Frauen einsetzten. In der Diözese Bombay gebe es zudem Diskussionsforen für dieses Thema.

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