Aus für polnische Weltbild-Tochter

21. Dezember 2012 in Aktuelles


Verlagsgruppe Weltbild schließt alle Läden in Polen und stellt auch den dortigen Versandhandel ein.


Augsburg/Warschau (kath.net/KNA) Die Verlagsgruppe Weltbild schließt alle Läden in Polen und stellt auch den dortigen Versandhandel ein. Das Verluste schreibende Tochterunternehmen Weltbild Polska werde 2013 geschlossen, sagte Unternehmenssprecherin Eva Großkinsky am Donnerstag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die 320 Angestellten seien bereits über ihre bevorstehende Entlassung informiert worden.

Weltbild habe keinen Geschäftspartner oder Käufer für die Tochter gefunden, so die Sprecherin. Vor dem Aus steht damit neben 38 Läden auch einer der größten Verlage Polens, Swiat Ksiazki (Welt des Buches); er gibt Werke von bedeutenden Schriftstellern wie etwa Hanna Krall heraus. Den Verlag hatte Weltbild gemeinsam mit dem gleichnamigen Buchclub im Frühjahr 2011 von der DirectGroup Bertelsmann gekauft. Die Suche nach einem «strategischen Partner» für einzelne Geschäftsfelder soll nach Angaben des Chefs von Weltbild Polska, Gunther Gerlach, fortgesetzt werden.

Laut der polnischen Tageszeitung «Gazeta Wyborcza» (Donnerstag) machte das Unternehmen 2011 bei einem Umsatz von 37,4 Millionen Euro einen Verlust von 5 Millionen Euro. Weltbild selbst wollte keine Zahlen nennen. Großkinsky verwies jedoch darauf, dass der Buchmarkt in Polen im vergangenen Jahr um 15 Prozent geschrumpft sei. Im Jahr 2000 hatte die Verlagsgruppe mit Hauptsitz in Augsburg den Buchclub «dla Ciebie» (für Dich) in Polen gestartet. Den Katalog bezogen nach Unternehmensangeben 800.000 Polen.

Weltbild zählt mit einem Jahresumsatz von rund 1,6 Milliarden Euro zu den führenden Medienhandelshäusern in Deutschland. Der Konzern gehört zwölf katholischen deutschen Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Katholischen Soldatenseelsorge Berlin. Die Eigentümer haben dieses Jahr beschlossen, ihre Anteile vollständig in eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts zu überführen. Diese Umwandlung ist aber noch nicht vollzogen.

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