Slowakei: Wirbel um TV-Auftritte von abgesetztem Erzbischof

20. Dezember 2012 in Weltkirche


Robert Bezak gibt Weihnachtsinterviews und löst Ärger in Slowakischer Bischofskonferenz aus - "Ich kann diese kirchliche Mentalität der panischen Angst vor der ganzen Welt nicht teilen"


Pressburg (kath.net/KAP) Die beiden ersten großen Fernsehauftritte des im Juli abberufenen Erzbischofs von Trnava, Robert Bezak, haben in der Slowakei erneut für ein enormes Medienecho gesorgt. Scharfe Kritik an den beiden Weihnachtsinterviews des populären Alterzbischofs äußerte die slowakische Bischofskonferenz. Sie warf Bezak einen "Bruch des Schweigegebots" vor.

Eine der Möglichkeiten, die Affäre zu beenden, sei eine öffentliche Entschuldigung Bezaks bei Papst Benedikt XVI., dessen Entscheidung zu respektieren sei, so der Sprecher der Bischofskonferenz, Jozef Kovacik. Die Bischöfe verträten "weiterhin die Auffassung, dass die Medien für die Lösung derartiger ernster Angelegenheiten nicht der rechte Raum" seien.

Zum Stein des Anstoßes wurde für die Bischöfe insbesondere die Aussage Bezaks, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Pressburger Erzbischof Stanislav Zvolensky, habe von der bevorstehenden Absetzung frühzeitig gewusst. Zvolensky habe ihm schon im Frühjahr gesagt, dass "die Würfel gefallen seien", so der Alterzbischof im Interview in der privaten Fernsehanstalt "TA3".

Bischofssprecher Kovacik erklärte dazu, dies entspreche "nicht der Wahrheit". Der Heilige Vater habe in seinem Brief an die Bischöfe vom Oktober geschrieben, er habe "selber nach langer Überlegung entschieden und eine von mehreren Alternativen gewählt".

Im ebenfalls einstündigen Interview im Privatsender "TV Markiza" erklärte Bezak, die Berufung seiner Kritiker auf "anonyme Briefe" erinnere ihn an "Praktiken der StB", des kommunistischen Staatssicherheitsdienstes. Gewiss hätten ihn "nicht alle gern", aber sie sollten dies offen aussprechen.

Der Alterzbischof hob hervor, dass auf seine Initiative die Kommunikation der Kirche mit der Außenwelt massiv verstärkt worden sei. Dabei erwähnte er etwa die "Lange Nacht der Kirchen", die Öffnung von Kirchen sowie bis dato nicht gewagte Projekte. Seine Gegner hätten dazu geschwiegen; offenbar würden die Neuerungen als Vergehen angesehen.

Bezak erinnerte auch daran, dass er zum Begräbnis Otto von Habsburgs eingeladen wurde. Er habe als einziger slowakischer Bischof an dessen Verabschiedung im Wiener Stephansdom teilgenommen.

Die katholische Kirche in der Slowakei habe "panische Angst vor der Zivilgesellschaft". Sie glaube, dass man ihr "nahetreten" wolle und dass die "Szene" "voll von jüdischen Bolschewiken" und Freunden des
ungarisch-amerikanischen Investors George Soros sei. Er könne "diese Mentalität der panischen Angst vor der ganzen Welt nicht teilen", so Bezak. Zum Weihnachtsfest - ein Fest, "das von Beziehung handelt" - wünsche er "den Menschen, dass sie ein offenes Herz für das Gute und ein neues Leben" hätten.

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