Bagdader Kathedrale nach Terroranschlag wiedereröffnet

15. Dezember 2012 in Weltkirche


Bei der Gedenkfeier erinnerte der argentinische Kurienkardinal Leonardo Sandri an die 58 Toten des Al-Kaida-Überfalls, darunter zwei Priester - Segenswünsche von Papst Benedikt


Vatikanstadt (kath.net/KNA) Die bei einem Terroranschlag vor zwei Jahren schwer beschädigte syrisch-katholische Kathedrale von Bagdad ist am Freitag wiedereröffnet worden. Bei der Gedenkfeier erinnerte der argentinische Kurienkardinal Leonardo Sandri an die 58 Toten des Al-Kaida-Überfalls, darunter zwei Priester. «Bitten wir Gott, dass die an dieser heiligen Stätte vergossenen Tränen den Samen für Gemeinschaft und Zeugnis bilden und viele Früchte tragen», sagte der Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation. Sandri, der Segenswünsche von Papst Benedikt XVI. überbrachte, unterstrich die Bedeutung der christlichen Präsenz im Nahen Osten. Am Samstag will er das Gotteshaus neu einweihen.

«Ein Naher Osten ohne oder mit wenig Christen ist nicht mehr der Nahe Osten, denn die Christen haben mit den anderen Gläubigen Anteil an der so besonderen Identität der Region», zitierte Sandri aus einer Botschaft des Papstes an die Kirchen im Nahen Osten. Die politischen Führer und die Verantwortlichen in den Religionsgemeinschaften müssten dieser Realität Rechnung tragen. Dafür sei Religionsfreiheit eine Grundvoraussetzung, so Sandri. An der Zeremonie nahmen auch Regierungsvertreter und islamische Repräsentanten teil.

Am 30. Oktober 2010 hatten sich mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen nach einem gescheiterten Überfall in der Kathedrale verschanzt und rund 130 Gottesdienstbesucher als Geiseln genommen. Im Zuge der Befreiungsaktion durch irakische Sicherheitskräfte kamen 58 Menschen ums Leben, darunter zwei Priester. Mehr als 70 Personen wurden verletzt. Drei Täter wurden Anfang 2012 von einem Gericht zum Tode verurteilt. Die Kirche appellierte an die Justiz, die Urteile nicht zu vollstrecken.

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