Evangelische Allianz verteidigt 'Weihnachten im Schuhkarton'

14. Dezember 2012 in Aktuelles


Katholischer Missionsreferent wirft der Aktion „aggressive Missionierung“ vor. - In den Paketen wird teilweise auch ein Heft mit biblischen Geschichten angeboten.


Bad Blankenburg (kath.net/idea) Die Deutsche Evangelische Allianz hat die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ vor kirchlicher Kritik in Schutz genommen. Katholische Bistümer hatten ihre Einrichtungen dazu aufgerufen, sich nicht an der Aktion des christlichen Hilfswerks „Geschenke der Hoffnung“ zu beteiligen. So warf der Referent für Missionarische Dienste im Bistum Osnabrück, Dieter Tewes, der Organisation eine „aggressive Missionierung von Kindern“ vor. Außerdem sei die Aktion nicht nachhaltig, weil sie deren Situation nicht verändere. Dieser Vorwurf wurde in der Vergangenheit auch von evangelischen Kirchenvertretern erhoben. In diesem Jahr haben Bürger in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und Südtirol rund 490.000 Pakete gespendet, die unter anderem Kleidung, Schul- und Spielsachen sowie Süßigkeiten enthalten. Damit werden bedürftige Kinder in elf Ländern beschenkt, vorwiegend in Osteuropa. Kirchengemeinden verschiedener Konfessionen verteilen die Pakete bei Weihnachtsfeiern. Dabei wird auch ein Heft mit biblischen Geschichten angeboten. In Ländern, wo dies nicht gewünscht sei, sehe man davon ab, so das Hilfswerk.

Steeb: Christliche Botschaft nicht verschweigen

Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), wies die Kritik zurück. „Ich kann mich nur wundern, wenn ausgerechnet Kirchenvertreter daran Anstoß nehmen, wenn man mit einem Weihnachtsgeschenk die Weitergabe christlicher Literatur verbindet“, so Steeb laut einer Mitteilung der Allianz-Zentrale in Bad Blankenburg (Thüringen).

Man könne doch nicht „die wichtigste Botschaft der gesamten Weltgeschichte“ verschweigen, dass Gottes Sohn zu den Menschen gekommen sei. Es sei eine „pure Selbstverständlichkeit“ , dass die Verteiler der Geschenkpakete den Hintergrund der christlich motivierten Aktion erläuterten. Den Vorwurf fehlender Nachhaltigkeit nannte Steeb fehl am Platze: „Vermutlich müssten wir dann gegen sehr viele Weihnachtsgeschenke Protest einlegen; vielleicht die Protestierer auch gegen ihre eigenen gewährten und empfangenen Geschenke.“

Für Dialog zwischen Befürwortern und Kritikern

Steeb erinnerte an die Care-Pakete, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus den USA nach Deutschland geschickt wurden: „Natürlich hätte man damals auch die Frage nach der Nachhaltigkeit stellen können. Aber die Freude, die damit verbunden war und heute ist, dass andere Menschen an einen denken, ist sehr wohl eine nachhaltige Ermutigung gewesen – damals wie heute.“ Steeb ruft Kritiker und Befürworter zu einem konstruktiven Dialog auf: „Es ist das Letzte, was Menschen in Not hilft, wenn sich Helfer gegenseitig ihre Arbeit schwer machen.“ Die pauschale Kritik an einem Projekt verunsichere die Spender und führe nicht zu mehr Spenden. Sie trage auch nicht dazu bei, den christlichen Glauben zu verkünden.


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