Regierungen setzen sich nicht für Verhinderung der Unfruchtbarkeit ein

7. Dezember 2012 in Aktuelles


Italienischer Neonatologe und Bioethiker Carlo Bellieni: Die Regierungen „müssten das Quecksilber in der Nahrung, die Umweltverschmutzung sowie die Chemikalien, die als endokrine Disruptoren wirken, loswerden, und das würde Geld kosten.“


Rom (kath.net/CNA/pl) Regierungen setzen sich nicht dafür ein, Unfruchtbarkeit zu verhindern. Das sagte der italienische Neonatologe und Bioethiker Carlo Bellieni (Foto) im Interview mit der „Catholic News Agency“. Die Regierungen „müssten das Quecksilber in der Nahrung, die Umweltverschmutzung sowie die Chemikalien, die als endokrine Disruptoren wirken, loswerden, und das würde Geld kosten.“ „Der Staat ermutigt die öffentliche Debatte [darüber] nicht, weil dies vermutlich bedeuten würde, dass er seine Politik ändern müsste“. Bellieni, Chefarzt der Neugeborenenabteilung der Univeritätsklinik Siena, Autor mehrerer Fachbücher und Redakteur beim „Osservatore Romano“, sieht die Hauptursache der Unfruchtbarkeit darin, dass Frauen immer länger warten, bis sie Kinder wollen: „Die Regierung sagt einem, dass man mit dem Kinderkriegen solange warten kann, wie man will, und wenn man dann ein Problem hat, bekommt man halt eine Behandlung“.

Bereits vor einigen Tagen hatte Bellieni in einem Artikel des „Osservatore Romano“ darauf hingewiesen, dass gegen die zunehmende Unfruchtbarkeit gegenwärtig einzig die In-Vitro-Befruchtung gefördert werde. Doch Medizin befasse sich immer nicht nur mit der Behandlung, sondern auch mit der Vorbeugung, und dies werde im Fall der zunehmenden Unfruchtbarkeit völlig außer Acht gelassen.

Foto Carlo Bellieni: © Catholic News Agency


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