
24. November 2012 in Chronik
Beobachter glauben auch nach Abweisung der Klage gegen 14-jährige Christin nicht an Besserung der Lage
Vatikanstadt (kath.net/KAP) In Pakistan droht nach Informationen des vatikanischen Pressedienstes "Fides" auch nach dem Fallenlassen der Anklage gegen die 14-jährige Christin Rimsha Masih 16 Personen die Todesstrafe wegen angeblicher Gotteslästerung. Weitere 20 Angeklagte verbüßten gegenwärtig landesweit eine lebenslange Haftstrafe, berichtete Fides am Mittwoch unter Berufung auf örtliche Quellen.
Die Entscheidung des Hohen Gerichts in Islamabad vom Dienstag, die Anklage gegen Masih fallen zu lassen, werten Beobachter laut Fides nicht als Signal für einen grundlegende Besserung der Situation. Das Urteil bringe keinen unmittelbaren Wandel, sagte der Leiter der "British Pakistan Christian Association", Wilson Chaudry. Mit einer Abschaffung des Blasphemiegesetzes sei angesichts der gegenwärtigen innenpolitischen Instabilität nicht zu rechnen, so Chaudry zu "Fides".
Rimsha Masih war im August unter dem Vorwurf festgenommen worden, Seiten des Korans verbrannt zu haben. Anfang September kam sie auf Kaution frei. Das Gericht ermittelt weiterhin gegen einen Imam wegen des Vorwurfs, Beweise gegen das Mädchen gefälscht zu haben.
Zahlreiche weitere Beschuldigte warteten auf ihren Prozess oder hätten Berufung gegen eine Verurteilung in erster Instanz eingelegt, so "Fides" weiter. 95 Prozent dieser Anklagen seien jedoch falsch, zitiert der vatikanische Pressedienst einen namentlich nicht genannten muslimischen Anwalt.
Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
© 2012 www.kath.net