Causa Bezak: Papstbrief an slowakische Bischöfe veröffentlicht

10. November 2012 in Aktuelles


Ehemaliger Erzbischof von Trnava war am 1. Juli vom Papst seines Amtes enthoben worden - Hintergründe der Abberufung weiterhin nicht völlig klar.


Pressburg (www.kath.net/ KAP)
Die Slowakische Bischofskonferenz hat einen Brief von Papst Benedikt XVI. an die Bischöfe zur "Causa Robert Bezak" veröffentlicht. Das an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, den Pressburger Erzbischof Stanislav Zvolensky gerichtete Schreiben, stammt aus dem vergangenen Juli und wurde aus Anlass der am Donnerstag zu Ende gegangenen Vollversammlung der slowakischen Bischöfe in Donovaly publik gemacht.

Der 52-jährige Bezak war am 1. Juli vom Papst von seinem Amt als Erzbischof von Trnava enthoben worden. Die Hintergründe der Abberufung sind weiterhin nicht völlig klar. Allgemein wird ein Zusammenhang mit der aktuellen finanziellen Gebarung der Erzdiözese, den Vorwürfen von Bezak gegen seinen Amtsvorgänger Jan Sokol und dessen Umgang mit den Diözesanfinanzen sowie einer zu Jahresbeginn erfolgten Apostolische Visitation vermutet.

Im Papstbrief von Juli, aus dem slowakische Agenturen am Freitag Teile zitieren, heißt es: "Nach einer genauen und objektiven Prüfung dieser ernsten und Unfrieden stiftenden Situation und nach langem Gebet konnte ich nicht umhin, aus Liebe meine Pflicht zu erfüllen. Es war mein Auftrag, eine wirksame Kollegialität unter Euch zu erneuern sowie eine geordnete pastorale Admninistration in der Erzdiözese Trnava, im authentischen Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils."

Der Papst gibt seiner Überzeugung Ausdruck, dass die Bischöfe ihren Mitbruder "mit Gebet, in Wahrheit und mit Anteilnahme" begleiten, und dass sie sich bemühen, ihr alltägliches Leben mehr und mehr im Geist des Glaubens"

Laut der slowakischen Agentur TASR hätten die Bischöfe den Papst "um Begründung der Abberufung ihres Kollegen ersucht, da dieser Schritt eine beträchtliche Medialisierung und Unwillen bei einem großen Teil der Gläubigen hervorgerufen" habe. "Die Gründe, die den Papst zur Abberufung des Tyrnauer Erzbischofs bewogen hätten, seien "solche, die er auf der Grundlage der Unterlagen hatte und die er studierte", wird Erzbischof Zvolensky zitiert.

Vor allem mit Rücksicht auf "den Schutz der persönlichen Würde von Erzbischof Bezak" wolle er "die Gründe nicht näher ausführen". Er sei "nicht kompetent", Näheres zu sagen; auch über Bezaks Gesundheitszustand und seinen aktuellen Aufenthaltsort wisse er nicht Bescheid, so Zvolensky.

In einem Interview für das Pressebüro der Bischofskonferenz erklärte der der Pressburger Erzbischof, nach wie vor schmerze ihn die "aktuelle Situation, die die katholische Kirche in der Slowakei durchlebt". Dies, so Zvolensky, sei "eine der Schmerzen, die mein Leben begleiten, wie ich denke aber auch das Leben der anderen Gläubigen in der Slowakei".

Vorsitzender im Amt bestätigt

Bei der Vollversammlung in Donovaly wurde Zvolensky als Vorsitzender sowie der Bischof von Nitra, Viliam Judak, als Stellvertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz für eine weitere dreijährige Amtsperiode bestätigt. Zu Mitgliedern des Ständigen Rats der Bischofskonferenz wählten die Bischöfe den Erzbischof von Kaschau, Bernard Bober, sowie den Apostolischen Administrator von Trnava, Jan Orosch. Sprecher der Bischofskonferenz bleibt Jozef Kovacik. Neuer slowakischer "Europabischof" ist der Pressburger Weihbischof Jozef Halko.

Thema der Bischofskonferenz war auch die Vorbereitung des bevorstehenden Jubiläums der Ankunft der Glaubensapostel Cyrill und Method im Gebiet des Großmährischen Reiches vor 1.150 Jahren. In einer Botschaft zum 1. Adventsonntag sollen die slowakischen Landsleute in aller Welt aufgerufen werden, "nicht auf ihre nationale und christliche Identität zu verzichten, die ihre Wurzeln in der Botschaft der heiligen Cyrill und Method" hätten.

Beschlossen wurde auch eine Nationalwallfahrt nach Rom, die am 27. Februar 2013 ihren Höhepunkt erreichen soll. Die seit Jahren erwogene Möglichkeit eines Papstbesuchs in der Slowakei aus Anlass des Jubiläums wird im Kommunique nicht erwähnt.

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