
9. November 2012 in Deutschland
Erzbistum München setzt Beschluss zur Schließung der Mädchenrealschule Schlehdorf für ein Jahr aus.
München/Schlehdorf (kath.net/pem) Die Erzdiözese München und Freising setzt ihren Beschluss zur Schließung der Schlehdorfer Mädchenrealschule St. Immaculata für ein Jahr aus. Somit können für das nächste Schuljahr 2013/2014 noch einmal Mädchen in der fünften Klasse aufgenommen werden. Die Schule soll durch die Aussetzung zum jetzigen Zeitpunkt die Möglichkeit erhalten, sich diesen Herbst an Informationsveranstaltungen der Grundschulen zum Übertritt an weiterführende Schulen zu beteiligen. Dies teilte der Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, Prälat Peter Beer, am Freitag, 9. November, Schulleitung, Lehrern, Mitarbeitern und Elternvertretern bei einem Treffen in Schlehdorf persönlich mit.
Die Aussetzung verschafft uns Raum, offene Fragen ohne unproduktiven Zeitdruck sachgerecht und mit allen Beteiligten zu klären, sagte Beer. Diese betreffen unter anderem das Angebot des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus zu einem Fortbestand der Schule. Der Freistaat hatte vorgeschlagen, ausscheidende oder an andere diözesane Schulen wechselnde kirchliche Lehrer sukzessive durch staatliche zu ersetzen und so deren berufliche Existenz bei einer Schließung abzusichern. Zu diesem Angebot, das zunächst auf fünf Jahre befristet ist, steht aber ein rechtsverbindlicher Vertrag zwischen Erzbistum und Freistaat aus. Zudem gilt es, offene arbeitsrechtliche Fragen mit der Mitarbeitervertretung zu klären. Das Erzbistum will die gewonnene Zeit überdies dazu nutzen, Kriterien für einen sinnvollen zukünftigen Schulbetrieb und eine etwaige Testphase festzulegen vor allem mit Blick auf weiterhin unveränderte Rahmenbedingungen wie den prognostizierten Rückgang der Schülerzahl.
Beer wies in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass die Erzdiözese nach wie vor keinen Erhalt der kirchlichen Schule über 2018 hinaus garantieren könne. Die Problematik des durch den demografischen Wandel und die Öffnung der staatlichen Murnauer Realschule für Mädchen zu erwartenden Rückgangs der Schülerzahl bestehe fort.
Die Verantwortlichen im Erzbischöflichen Ordinariat haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche mit allen Betroffenen, etwa den Vertretern von Eltern und Mitarbeitern, den Missions-Dominikanerinnen in Schlehdorf sowie den Verantwortlichen in der Politik, geführt. Zudem wurden schriftliche Stellungnahmen und Antworten auf Sachfragen erbeten. Im Austausch steht das Ordinariat auch mit dem Diözesanrat der Katholiken in der Erzdiözese München und Freising. Dieser hatte bei seiner Herbstvollversammlung im Oktober die Erzdiözese aufgefordert, Möglichkeiten zu einem Erhalt der Mädchenrealschule auszuloten. Der Diözesanratsvorsitzende Hans Tremmel begrüßt die Entscheidung zur Aussetzung des Schließungsbeschlusses: Ich sehe darin eine Fortsetzung unserer offenen Gesprächskultur, wie wir sie bei der Vollversammlung des Diözesanrates bei diesem Thema gemeinsam praktiziert haben, erklärt Tremmel.
Prälat Beer dankte allen Beteiligten für die konstruktive Offenheit. Ich bitte alle Verantwortlichen, uns weiterhin bei unserem Versuch zu unterstützen, einen Weg zu einer tragfähigen und verlässlichen Lösung zu finden, erklärte der Generalvikar.
Foto Eingang des Erzbischöflichen Ordinariates München: © kath.net/Petra Lorleberg
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