Salzburger Erzbischof Kothgasser gegen 'Pro Multis'

15. Oktober 2012 in Österreich


Bei der jüngsten Dechantensitzung relativierte Erzbischof Kothgasser den klaren Wunsch des Papstes und erklärt, dass der Brief des Papst vom April 2012 nicht eine "offizielle Entscheidung" sei - Kothgasser spricht sich klar für "für alle" aus.


Salzburg (kath.net)
Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser relativiert das Verlangen von Papst Benedikt nach der Formel "für viele" bei der Hl. Eucharistie und möchte weiterhin "für alle" verwenden. Dies geht aus einem KATH.NET vorliegenden Gesprächsprotokoll der letzten Dechantensitzung der Erzdiözese Salzburg (2. bis 4. Oktober in Brixen) hervor. Laut dem Protokoll hat Erzbischof Kothgasser bei der Sitzung gemeint, dass der Brief des Heiligen Vaters "nicht den Charakter einer Motivation" habe und nicht eine "offiziellen Entscheidung" sei. Eine Entscheidung der deutschsprachigen Bischöfe müsse laut Kothgasser vor Drucklegung des Gotteslobes und des neuen Messbuches fallen. Dann heißt es wörtlich im Protokoll: "Erzbischof Kothgasser spricht sich klar für die Formulierung 'für alle' aus, weil der universale Heilswille Gottes dogmatisch feststeht. Ob dieser objektive Heilswille Gottes für den Einzelnen zum Tragen kommt, hängt subjektiv von der Freiheit des Menschen ab."

Papst Benedikt XVI. hat mit Datum vom 14. April 2012 einen Brief an die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz verfasst und in dem Brief von den deutschen Bischöfen die Formel "für viele" bei der Hl. Eucharistie eingefordert. Der Brief erging auch an den Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, bezeichnete in einer Stellungnahme den Brief als "Klärung und Abschluss einer Diskussion". KATH.NET hat berichtet

Foto Erzbischof Kothgasser: © Erzdiözese Salzburg


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