Kothgasser, der 'Geist des Konzils' und ein Memorandumstheologe

12. Oktober 2012 in Österreich


Erzbischof Kothgasser bei Veranstaltung: "Wir hoffen, dass der 'Geist des Konzils' in unserer Kirchen erhalten bleibt" - Eingeladen wurde auch Prof. Siebenrock, ein Unterzeichner des antirömischen Theologenmemorandums.


Salzburg (kath.net/eds/pm/red) Mit einem Festakt in der Pfarrkirche Brixen im Thale hat die Erzdiözese Salzburg diese Woche offiziell des 50. Jahrestages der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils gedacht. Als Referent wurde dazu der Innsbrucker Dogmatiker Roman Siebenrock, ein Unterzeichner des antirömischen Theologenmemorandums, eingeladen. "Wir hoffen, dass der Geist des Konzils in unserer Kirche erhalten bleibt“, sagte Erzbischof Alois Kothgasser (Foto).

Durch dieses Konzil sei die Kirche zur "Weltkirche" geworden, meinte Siebenrock bei der Veranstaltung. Die Konzilsväter hätten nicht nur in Treue zur Vergangenheit, sondern auch in "Treue zur Zukunft" gehandelt. „Das Konzil zielt auf die Bekehrung der Herzen hin, dass die Menschen immer mehr dem Evangelium treu werden“. So sei das II. Vatikanische Konzil Sakrament und Werkzeug der Vereinigung mit Gott. Die Kirche verpflichte sich damit, für die Würde und Freiheit des Menschen einzutreten.

Roman Siebenrock meinte dann: „Das Konzil betonte, dass Gott im Anderen gegenwärtig bleibt, dass Gott nicht nur oben ist, sondern unter uns, neben uns, im Nächsten“. Das Konzil fordere auf, hineinzuschauen in die Welt und die Zeichen der Zeit zu lesen. „Die Kirche lebt nur, wenn sich jeder einzelne die Anliegen des Konzils zu eigen macht“, betonte der Theologe. Gott komme uns selbst jeden Tag entgegen. „Er ist im Kleinsten, auch im Abgeschobenen, gegenwärtig. So geht der Himmel über allen auf“, schloss Siebenrock.

Kardinal Meisner hatte übrigens zum Theologen-Memorandum im Jahr 2011 folgendes gesagt: "In meinem bischöflichen Dienst – immerhin seit fast 36 Jahren – ist mir selten eine Kundgabe von theologischer Seite bekannt geworden, die mich so erschrocken und betrübt hat wie dieses Memorandum. Es beurteilt die jetzige Lage der Kirche mit Zustandsbeschreibungen und Forderungen, denen man fast in jedem Punkt widersprechen bzw. Korrekturen entgegensetzen müsste."

Sie möchten wissen, was das Konzil wirklich gesagt hat? Alle Texte bei vatican.va

Foto Erzbischof Kothgasser: (c) Erzdiözese Salzburg


© 2012 www.kath.net