Der Ökumeneaufruf schadet der Ökumene

10. September 2012 in Deutschland


„Forum Deutscher Katholiken“ zum Aufruf „Ökumene jetzt“: Die Unterzeichner des Aufrufs unterliegen dem Irrtum, die Einheit im Glauben könne ausgehandelt oder durch gesellschaftlichen und politischen Druck herbei gezwungen werden.


Berlin (kath.net) „Der Aufruf einiger Politiker und weiterer Personen zur "Überwindung der Kirchentrennung“ trotz bestehender tiefgreifender Unterschiede in der Frage der Sakramente, im Ämter- und Kirchenverständnis beruht auf einem politischem Missverständnis von Glaube und Ökumene.“ Dies schrieb Hubert Gindert, der Vorsitzende des „Forums Deutscher Katholiken“, in seiner Stellungnahme zum Aufruf „Ökumene jetzt“ durch einige prominente Politiker und Christen. Bei der Trennung handle „es sich nicht um ‚historisch gewachsene konfessionelle Unterschiede‘“. Diese stünden vielmehr am Anfang der Spaltung und seien bis heute noch nicht überwunden.

Die Unterzeichner des Aufrufs „fordern praktische Fortschritte und rasche konkrete Ergebnisse“, sie „mogeln sich an der Pflicht der Christen vorbei, in einer säkularisierten Welt persönlich Zeugnis für den christlichen Glauben abzulegen“.

Auch ließen die Unterzeichner des Aufrufs „außer Betracht, dass am Anfang der Spaltung Sünde und Verfehlung auf beiden Seiten“ stünden und dass „ökumenischer Fortschritt Bekehrung und Hinhören auf das Wort Gottes voraussetzt. Im ernsthaften ökumenischen Dialog geht es nicht um Taktik, sondern um Wahrheit“. Auch vergäßen die Unterzeichner „die Pflicht der Politiker wie auch aller Christen, die unantastbare Würde des Menschen von der Empfängnis bis zum Tod wiederherzustellen und durch wirksame Gesetze abzusichern“.

Die Unterzeichner des Aufrufs unterliegen dem Irrtum, die Einheit im Glauben könne ausgehandelt oder durch gesellschaftlichen und politischen Druck herbei gezwungen werden.

Damit aber brächten die Initiatoren des Aufrufs „zusätzliche Spaltung und schaden dem ernsthaften ökumenischen Bemühen der Christen“, schloss die Stellungnahme des „Forums Deutscher Katholiken“.


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